Montag, 12. September 2016

Euregio: Plattform für Menschenrechte und Menschenwürde

Bei einer Pressekonferenz in der Villa San Marco in Meran, dem Sitz der Akadmie deutsch-italienischer Studien, hat Bürgermeister Paul Rösch am Montag zusammen mit dem Präsidenten der Akademie, Cuno Tarfusser, deren Direktor Ivo De Gennaro sowie dem Rektor der Universität Bozen Walter Lorenz die Pläne für eine universitäre Plattform zum Thema „Menschenrechte und Menschenwürde“ in Meran vorgestellt.

 Cuno Tarfusser, Paul Rösch und Walter Lorenz (von Links) bei der Vorstellung des neuen Projekts. - Foto: Gemeinde Meran
Cuno Tarfusser, Paul Rösch und Walter Lorenz (von Links) bei der Vorstellung des neuen Projekts. - Foto: Gemeinde Meran

"Die Akademie deutsch-italienischer Studien wurde immer als eher elitäter Ort wahrgenommen, an dem Fachleute und Forscher hochtrabende Diskussionen führen. Durch die Einrichtung dieser Plattform und die Veranstaltungen, die wir regelmäßig organisieren werden, wollen wir die Akademie zu einem Juwel für Meran machen und sie gleichzeitig der Bevölkerung näher bringen", erklärte Präsident Cuno Tarfusser am Montag.

Beispiel friedlichen Zusammenlebens

"Eine solche Denkwerkstatt für Menschenrechte und Menschenwürde passt zu einer liberalen Stadt wie Meran“, sagte Merans Bürgermeister Paul Rösch. „In Südtirol insgesamt und noch mehr in Meran, einer halb deutsch- und halb italienischsprachigen Stadt, haben wir die idealen Voraussetzungen dafür: Aus einer historischen Konfliktregion wurde innerhalb von nur ein oder zwei Generationen ein Modell friedlichen Zusammenlebens. Wir müssen uns unserer Stärken beispielsweise im Bereich interkultureller Sensibilität bewusst sein, denn sie bieten große Chancen für Südtirol“, so Rösch weiter.

Universität will Beitrag zu Integration leisten

„Das Thema der Menschenwürde und der Menschenrechte ist für unsere heutige Zeit und daher auch für alle Bereiche der wissenschaftlichen Arbeit von zentraler Bedeutung. Daher trägt die Uni Bozen tatkräftig zur Entwicklung und Gestaltung dieser Plattform bei gemeinsam mit ihren Euregio-Partnern, den Universitäten von Innsbruck und Trient“, erklärte Walter Lorenz, Rektor der Universität Bozen. „Mit ihrer Förderung dieses grenzüberschreitenden Projekts verpflichtet sich die Universität gleichzeitig, ihren Beitrag zur Integration der von Exklusion und Diskriminierung bedrohten Gesellschaften zu leisten,” so Lorenz weiter.

Den Auftakt für die Plattform macht eine Tagung zum internationalen Strafrecht, die am 4. und 5. November 2016 stattfinden wird.

Institutionelle Partner einbinden

Als mögliche Partner des Projekts stehen neben der Gemeinde Meran und der Uni Bozen und den Universitäten von Innsbruck, Trient und Salzburg auch die EURAC, das Land Südtirol und die Region Trentino-Südtirol im Raum. Nach ersten Gesprächen wurde der Plan gefasst, dass diese Partner der Akademie deutsch-italienischer Studien als institutionelle Mitglieder beitreten sollen und über einen außerordentlichen, jährlichen Mitgliedsbeitrag die zukünftige Tätigkeit finanzieren sollen. Die Verhandlungen über die Details befinden sich in der Endphase und sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

stol

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