Eva Pfanzelter, die Vorsitzende des Fachbeirates der Festung Franzensfeste, stellte kürzlich im Rahmen einer Tagung das Konzept für ein museales Zentrum für Zeitgeschichte in den Kasematten des Artilleriesperrwerkes vor. <BR /><BR />Begrüßt wurden die Gäste von Patricia Rahemipour, Direktorin des Berliner Institutes für Museumsforschung, und Emanuel Valentin, dem neuen Direktor des Museums Festung Franzensfeste. <BR /><BR />In seinen einleitenden Worten wies Landeshauptmann Arno Kompatscher darauf hin, dass ein zeitgeschichtliches Bewusstsein bei vielen Menschen verloren gegangen sei und die Franzensfeste mit ihrer Symbolik als besonderer Ort erhalten werden muss. <BR /><BR />In Bezug auf die angedachte Konzeption des geplanten Museums ergänzte die Direktorin des Betriebs Landesmuseen, Angelika Fleckinger, dass die neue Generation zur Geschichte auch neue Fragen stelle. Das müsste auch berücksichtigt werden. <BR /><BR />Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte Österreichs in Wien, gab per Video-Schaltung einen Überblick über die Entwicklung der Museen in den letzten Jahrzehnten. Die Zielgruppen seien heute zu Anspruchsgruppen geworden. Museen sollten nicht nur „die eine Geschichte“ erzählen, sondern zu Diskussionen anregen und Orientierungswissen bieten. <BR /><BR />Raimund Paleczek, Wissenschaftlicher Referent des Sudentendeutschen Museums in München, berichtete über die dortige Dauerausstellung „Erlebnis Heimat zwischen Menschen und Objekten“. <BR /><BR />Der Turiner Kulturanthropologe Roberto Mastroianni sprach über Geschichte und Geschichten, verteilt zwischen Museen und dem öffentlichen Raum.<BR /><BR />Am Nachmittag wurde es dann konkret. Eva Pfanzelter präsentierte das Konzept: „Die Festung Franzensfeste als museales Zentrum für Zeitgeschichte und Transfer von Geschichten.“ Die neuere und neueste Geschichte Südtirols als zeitlicher Rahmen, im Kontext von lokal bis global. Das Museum als interdisziplinäres Lernlabor, als Ort für Lehrende und Lernende, als Dokumentationsstelle, als Archiv und als Sammelstelle für historische Artefakte.<BR /><BR />Ihren Ausführungen schloss sich eine Plenardiskussion an. Zusätzlich zu den vorgenannten Personen waren die Historiker Hans Heiss, Andrea Di Michele, Oswald Überegger und die ehemalige Landesrätin Martha Stocker auf dem Podium vertreten.<BR /><BR />Aus dem Publikum kam die Frage, ob es einen Hauptverantwortlichen für dieses umfangreiche Projekt gibt. Es bräuchte eine Person, die alle Fäden in der Hand hält. Für einige war Begriff Museum zu eng. Das Format seit eine Fessel. Es sollte etwas ganz anderes, etwas ganz neues werden. Auf alle Fälle sollten in den Gremien auch ausgewiesene Fachmenschen beteiligt werden, die keinen Doktor vor dem Namen stehen haben. Auch ein Jugendbeirat wäre zu berufen. <BR /><BR />Alles Anregungen die berücksichtigt werden sollen, so Eva Pfanzelter, man sei noch nicht in der operativen Phase. Mit der Anmerkung, es sei noch mehr Diskussion über das „warum“ und weniger um das „wie“ zu empfehlen, schloss Patricia Rahemipour das Tagungsprogramm.<BR />