Das YNT wurde von der BBAW nach Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine gemeinsam mit zahlreichen europäischen Partnern auf Grundlage des Manifests „Reclaiming Europe“ gegründet. Dem im Aufbau befindlichen Netzwerk gehören derzeit 29 Wissenschaftler sowie Künstler in frühen bis mittleren Karrierephasen aus unterschiedlichen Disziplinen und Regionen Europas an. <BR /><BR />„Ich freue mich sehr, Teil des Netzwerks zu sein. Wir wollen den wissenschaftlichen Austausch und die Vernetzung stärken, um langfristig bessere Lösungen für Konflikte zu finden – und mitzugestalten, wie Europas Zukunft aussehen kann“, so Gasser.<h3> Austausch mit Blick auf das kommende Jahrhundert</h3>In seiner neuen Funktion nahm Florian Gasser kürzlich auch an der Jahreskonferenz in Warna teil. Unter dem Titel „Reimagining Europe – Hopeful Futures for the Next Century“ diskutierten die Mitglieder dabei zwei Tage lang mit renommierten Gästen aus Wissenschaft, Kunst und öffentlichem Leben über Europas Zukunft, demokratische Resilienz, Erinnerungskultur, transnationale Zusammenarbeit und neue Formen europäischer Solidarität. <BR /><BR />Die Konferenz fand im Rahmen des Internationalen Musikfestivals Varna Summer statt, das heuer sein 100-jähriges Bestehen feiert. Das Jubiläum wurde zum Anlass genommen, den Blick auf das kommende Jahrhundert zu richten: von der Krisendiagnose hin zu konstruktiven, zukunftsorientierten Perspektiven für Europa. <h3> Drei Themenblöcke, viele Perspektiven</h3>Das Programm war in drei große Themenbereiche gegliedert. Im ersten Block, „Reimagining Borders“, ging es um transnationale Perspektiven und marginalisierte Stimmen in Europa, während sich der zweite unter dem Titel „Reimagining Resilience“ dem Verhältnis von Wissenschaft und Kunst angesichts einer fragilen Zukunft widmete – unter anderem mit einem klanglichen Projekt über Flüsse in Kriegs- und Friedenszeiten sowie einer Diskussion über Resilienz im Krieg anhand eines Kurzfilms mit ukrainischen Kulturschaffenden.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1344525_image" /></div> <h3> Roland Benedikter diskutiert über strategische Handlungsfähigkeit Europas </h3>Im dritten Themenblock, „Reimagining European Futures: Memory, Culture and Politics“, saß auch Roland Benedikter mit am Podium. Der Politikwissenschaftler, der an der Eurac Research den UNESCO-Lehrstuhl für Antizipation und Transformation innehat, diskutierte gemeinsam mit renommierten Stimmen wie der Konstanzer Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann, dem Verfassungsrechtler Martin Belov aus Sofia und der Oxforder Politologin Kalypso Nicolaïdis über Erinnerungspolitik, demokratische Widerstandsfähigkeit und die strategische Handlungsfähigkeit Europas. Moderiert wurde die Runde von Gruia Badescu und Florian Gasser<BR /><BR />Neben den Fachdiskussionen erarbeiteten die Teilnehmenden in zwei „Networking Workshop“-Blöcken Ansätze für künftige gemeinsame Projekte. Zum Abschluss sprach der Fotograf Roger Eberhard mit dem Kulturwissenschaftler Andrei Zavadski über seine Fotobände zu Grenzen und Territorialität.