Freitag, 23. Juni 2017

Grand Hotel Toblach wird zum Euregio-Kulturzentrum

Die Stiftung "Euregio-Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach-Dolomiten" wird künftig für die kulturellen Tätigkeiten im Grand Hotel Toblach zuständig sein – Schwerpunkte sind Euregio, Musik und Jugend.

Das Grand Hotel Toblach wird zum Euregio-Kulturzentrum "Gustav Mahler Toblach-Dolomiten".
Das Grand Hotel Toblach wird zum Euregio-Kulturzentrum "Gustav Mahler Toblach-Dolomiten". - Foto: © LPA

Mit der Gründung der Stiftung  beabsichtigen die Landesverwaltung und die Gemeinde Toblach, das Potential des Grand Hotels Toblach besser zu nutzen. Der Grundstein dafür wurde mit der Genehmigung des Statuts durch den Gemeinderat und die Landesregierung gelegt. Kulturlandesrat Philipp Achammer und Toblachs Bürgermeister Guido Bocher haben am Freitag das Konzept des Euregio-Kulturzentrums sowie die Zielsetzungen und die Struktur der Stiftung vorgestellt.

Soll kulturelle Begegnungsstätte sein

"Das Grand Hotel hat ein enormes Potential als kulturelle Begegnungsstätte", sagte Achammer. Zudem wollte das Land ganz bewusst eine wichtige Einrichtung in der Peripherie stärken.

3 Kernpunkte sprechen laut Achammer für das Grand Hotel Toblach als Kulturzentrum von Landesinteresse: seine Eignung als Begegnungsort, die musikalische Tradition mit den Gustav-Mahler-Musikwochen und den Festspielen Südtirol sowie die geplante Bereitstellung der Struktur für Veranstaltungen zugunsten der Jugend.

Toblach geeigneter Standort

Bürgermeister Bocher brachte seine Freude über das Projekt zum Ausdruck, Toblach und das Hochpustertal als Kulturzentrum von Landesinteresse zu etablieren. "Toblach ist seit jeher eine Stätte der Kultur, vor allem der Musik", stellte Bocher fest, "die Schritte, die wir heute setzten, werden über die kommenden Jahrzehnte ihre Wirksamkeit entfalten."

Zielsetzungen und Tätigkeiten der Stiftung

Die Stiftung wird ab dem 1. Januar 2018 die Tätigkeit des gegenwärtigen Vereins "Kulturzentrum Grand Hotel Toblach" übernehmen und eigene Tätigkeiten entwickeln.

Die Gründung der Stiftung erfolgt mit der Absicht, das Grand Hotel Toblach ganzjährig zu nutzen, die Akteure untereinander besser zu vernetzen, das Bestehende weiterzuführenden und Synergien für Neues zu schaffen. So sollen etwa auch neue Akteure eingebunden werden. Zugleich soll der geographische Wirkungsradius durch die Schaffung eines Kulturzentrums für die gesamte Euregio vergrößert werden.

Hohe Priorität haben die finanzielle Stabilität und der Erhalt der Arbeitsplätze

Die Aufgabe der Stiftung wird insbesondere darin bestehen, das kulturelle Geschehen im Grand Hotel und seinem Umfeld durch geeignete Initiativen, Tätigkeiten und Impulse zu gestalten und zu fördern. So soll das Grand Hotel als Musikort gestärkt und als Begegnungsstätte für Jugendliche etabliert werden, um seine Attraktivität als Bezugspunkt für kulturelle Veranstaltungen aus Südtirol, den benachbarten Ländern im Dolomitenraum und der Euregio zu steigern. Zu diesem Zweck strebt die Stiftung Kooperationen mit Körperschaften, Institutionen und Privatpersonen an und ist bestrebt, Synergien zwischen den verschiedenen Initiativen zu nutzen.

Der Beherbergungsbetrieb wird in diesem Konzept als integraler Bestandteil des Angebotes genutzt. Eine enge Zusammenarbeit mit der Jugendherberge ist ebenfalls vorgesehen.

Finanzierung und Struktur

Das Land wird 80 Prozent der Tätigkeit der Stiftung finanzieren, die Gemeinde Toblach 20 Prozent.

Der Stiftungsrat, dem fünf ehrenamtlich tätige Mitliedern angehören (drei Vertreter des Landes und zwei Vertreter der Gemeinde Toblach), tritt mindestens alle 3 Monate zu einer ordentlichen Sitzung zusammen. Ihm obliegen alle Befugnisse für die Verwaltung und die Führung der Stiftung. Unter anderem wählt der Stiftungsrat den Präsidenten, legt den Organisationsaufbau der Stiftung fest, ernennt den Direktor und genehmigt das jährliche Tätigkeitsprogramm sowie den Haushaltsvoranschlag.

Stiftungsrat erhält Expertenunterstützung

Dem Stiftungsrat wird ein Kuratorium aus Experten und Vertretern verschiedener kultureller und gesellschaftlicher Bereiche als beratendes Organ zur Seite gestellt, während ein Fachbeirat den Stiftungsrat bei spezifischen Veranstaltungen unterstützen kann.

Gesetzlicher Vertreter der Stiftung ist der Präsident. Er verfasst und unterzeichnet die Verträge und führt die Oberaufsicht über die Verwaltung der Stiftung.

Der Direktor wird vom Stiftungsrat nach einem öffentlichen Auswahlverfahren ernannt. Dieser bereitet das Jahresprogramm, den Haushaltsvoranschlag und die Jahresabschlussrechnung vor. Er ist auch für die Personalverwaltung sowie für die wirtschaftliche, finanzielle und technische Verwaltung zuständig.

Gesetzlich vorgesehen ist außerdem das Kollegium der Rechnungsprüfer, das aus drei Mitgliedern besteht. Dabei wird jeweils ein Mitglied von der Gemeinde Toblach, dem Land und vom Stiftungsrat ernannt. 

Weitere Schritte vorgesehen

Die Gründung der Stiftung und die Einsetzung der Organe wird bereits im Sommer diesen Jahres erfolgen; demnächst findet die notarielle Gründung statt. Die Bestellung des Direktors ist im Herbst vorgesehen. Damit kann die Stiftung zum 1. Januar 2018 die Tätigkeit des Vereins "Kulturzentrum Grand Hotel" übernehmen und dessen Rechtsnachfolge antreten.

Die Adaptierungen des Beherbergungstrakts, um zusätzliche Veranstaltungs-, Probe- und Schulungsräume zu schaffen, wird im Jahr 2018 angegangen.

lpa

stol