Donnerstag, 20. August 2020

Italiens Experten wollen Maskenpflicht an Schulen – Südtiroler Weg noch unklar

Rund um Italiens Bildungslandschaft gehen einmal mehr die Wogen hoch. Wie am Mittwoch bekannt wurde, haben die Experten, welche die Regierung in Rom beraten, sich nun für eine durchgehende Maskenpflicht an Schulen für Kinder über 6 Jahren ausgesprochen. Auch in Südtirol herrscht daher Verwirrung. Man wisse nicht, ob es sich hierbei um eine Empfehlung oder einer Verordnung handle, und was schlussendlich zu gelten habe, sagt Bildungslandesrat Philipp Achammer.

Maske im Unterricht oder nicht? Das ist einmal mehr die Frage.
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Maske im Unterricht oder nicht? Das ist einmal mehr die Frage. - Foto: © shutterstock
Seit dem 5. März sind die Schulen in Italien geschlossen. Der Countdown für einen Neustart am 14. September läuft. Laut Regierungsbeschlusses soll die Anzahl der Kinder in den Klassen reduziert werden, es besteht Bedarf nach zusätzlichen Räumlichkeiten. Unterricht konnte daher unter anderem in Theatern, Kinos und Museen stattfinden. Auch in Hotels sollen Klassenzimmer eingerichtet werden, berichteten italienische Medien.

Lehrer und im Schulwesen beschäftigtes Personal können sich ab dem kommenden Montag Antikörper-Tests unterziehen. Die zwei Millionen Untersuchungen sollen auf freiwilliger Basis durchgeführt werden.

Kommt denn nun die Maskenpflicht?

Was nun jedoch einmal mehr für Aufsehen sorgt, ist ein Beschluss des die Regierung in Rom beratenden Expertenkomitees, das sich für eine Maskenpflicht für alle Schüler im Alter von über 6 Jahren ausspricht. Demnach sollen die Kinder und Jugendlichen die Maske nur im Turnunterricht sowie in der Kantine abnehmen dürfen.

Besonders für Südtirol kommt diese Nachricht wie ein Schlag ins Gesicht. Nachdem Bildungslandesrat Philipp Achammer noch am Dienstag versichert hatte, dass durch das Gewährleisten der Sicherheitsabstände die Masken im Unterricht abgenommen werden könnten, steht die Wirksamkeit dieser Ankündigung nun wieder in den Sternen.

Erfahren habe Achammer vom Beschluss des Expertenkomitees zum wiederholten Mal nicht vom römischen Bildungsministerium, sondern aus den Medien, wie er am Donnerstag auf Anfrage des Tagblatts „Dolomiten“ erklärte. Was denn nun tatsächlich Sache ist und was für Südtirols Schulen, die ihren Betrieb im Vergleich zum restlichen Italien bereits eine Woche früher – also am 7. September – aufnehmen, gilt, bleibt vorerst unklar.

„Es ist die Frage, ob es bei einer Empfehlung des wissenschaftlichen Komitees bleibt oder ob es eine Richtlinie der Regierung wird. Je nachdem, müssen wir sehen, ob und welche Spielräume wir haben“, erklärt Achammer.

apa/stol

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