Montag, 13. Juli 2020

Lehrer-Petition findet Gehör bei Landesrat Achammer

Mit der Petition „Lehrerwunderland Südtirol?“ hat sich eine Lehrerinitiative an die Bildungspolitik im Land gewandt und eine umfassende Aufwertung der Schule und der Lehrberufe gefordert.

Für die Ausstattung mit Computern und anderen Medien für den Fernunterricht mussten die Lehrpersonen bisher ganz aus den privaten Mitteln aufkommen.
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Für die Ausstattung mit Computern und anderen Medien für den Fernunterricht mussten die Lehrpersonen bisher ganz aus den privaten Mitteln aufkommen. - Foto: © shutterstock
Die Lehrerinitiative hat sich mit der Petition „Lehrerwunderland Südtirol?“ an die Bildungspolitik im Land gewandt. Nun kündigt Schullandesrat Philipp Achammer an, dass die Verhandlungen zum Kollektivvertrag der Lehrkräfte sowie zur digitalen Ausstattung Gegenstand der kommenden Treffen mit den Schulgewerkschaften sein werden. Die Initiatoren der Petition werten das als erstes positives Signal, nachdem es seit 2 Jahren nur Versprechungen und Vertröstungen gegeben habe, schreiben Vertreter der Lehrerinitiative Südtirol in einer Pressemitteilung.

„Wir weisen darauf hin, dass die Erneuerung des Kollektivvertrags ausständig ist und auch die Ausstattung mit Computern und anderen Medien für den Fernunterricht bisher ganz aus den privaten Mitteln der Lehrer bestritten wird“, so die Organisatoren der Petition „Lehrerwunderland Südtirol?“.

Lehrergehälter in Italien im Europa-Vergleich im letzten Viertel


Laut einer OECD-Studie rangieren die Lehrergehälter in Italien und Südtirol zusammen mit Griechenland, der Türkei oder Tschechien im letzten Viertel der Tabelle in Europa. Das haben kürzlich auch die Tageszeitungen Corriere della Sera und Il Sole 24 Ore aufgezeigt.

Neben den materiellen Anliegen gehe es der Lehrerinitiative um eine stärkere Berücksichtigung der Erfahrungen der Fachberufe bei der Planung der Erziehungs- und Bildungsarbeit. Dazu habe es zuletzt vermehrt Kritik an den Maßnahmen im Rahmen der Erfahrungen mit dem Fernunterricht und der Schlussbewertung aufgrund administrativer Bestimmungen gegeben.

Bereits über 2400 Unterschriften


Die Lehrkräfte beklagen einen hohen Anpassungsdruck an eine pädagogisch teilweise fragwürdige Reglementierung der Schule neben dem seit Jahren ständig steigenden bürokratischen Aufwand und den Maßnahmen zur Individualisierung und Betreuung von Lernprozessen.

„Dabei klaffen die realen alltäglichen Erfahrung der Lehrkräfte und das öffentliche Schönreden der Bildungsplaner zunehmend auseinander. Verschiedene Eltern- und Lehrerinitiativen in Brixen, Taisten, Bozen haben sich mit Anträgen an die Landesregierung gewandt, im September die Voraussetzungen für einen Schulalltag nach den Erfordernissen des Präsenzunterrichts zu gewährleisten.“, meint Markus Klammer, Organisator der Online-Petition.

Seitens der Bildungsdirektion habe es bisher noch keine Reaktion auf den Verlauf der Petition gegeben, berichten die Organisatoren der Online-Petition, die innerhalb weniger Tage über 2400 Unterschriften gesammelt hat und auf die seit Jahren schleichende Sparpolitik sowie die Überreglementierung im Bereich der Schule und Bildung hinweisen soll.

In zahlreichen Kommentaren bringen Lehrpersonen aus unterschiedlichen Grund-, Mittel- und Oberschulen des Landes eine große Betroffenheit und Verbitterung zum Ausdruck. Die Petition kann noch bis September unterzeichnet werden.

stol

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