Montag, 04. September 2017

Musikschulen: Zu wenig Lehrpersonal

Mit einer pädagogischen Tagung haben die deutschen und ladinischen Musikschulen am Montag das neue Bildungsjahr eingeläutet. Eine Problematik wurde hervorgehoben: Jedes Jahr aber müssen Südtirols Schüler um ihren Musikschulplatz bangen und sich in Wartelisten einreihen. Dieses Jahr sind es wieder zwischen 1500 und 2000.

Südtirols Musikschulen leiden unter Personalmangel.
Südtirols Musikschulen leiden unter Personalmangel. - Foto: © D

Die deutschen und ladinischen Musikschulen haben den Aufklang ins neue Bildungsjahr mit einer gemeinsamen Tagung begangen. Der Einladung von Landesmusikschuldirektor Josef Feichter waren auch Bildungslandesrat Philipp Achammer sowie Schulamtsleiter und Ressortdirektor Peter Höllrigl gefolgt.

Nach einer historischen Rückschau auf die Entwicklung der Musikschulen seit ihrer Gründung vor 40 Jahren und einem kurzen Bericht über das vergangene Jahr, das vor allem durch die Reform im Bildungsressort geprägt war, erwarte er sich vom kommenden Schuljahr eine administrative Entlastung, gab Landesmusikschuldirektor Feichter zu verstehen. Besonders was die Ausübung von Nebentätigkeiten der Lehrpersonen anbelangt, erhofft er sich einige Erleichterungen.

Schwierigkeiten bei den Wartezeiten und Personal

Schwierigkeiten gebe es dagegen weiterhin bei den Wartezeiten. "Angebot schafft Nachfrage", erklärte Feichter in diesem Zusammenhang, "und ein gutes Angebot schafft viel Nachfrage." Aufgrund der geltenden Rechtslage sei außerdem die Beauftragung von Lehrpersonen mit einem befristeten Vertrag über einen Zeitraum von mehr als 36 Monaten mit erheblichen Problemen verbunden, berichtete der Landesmusikschuldirektor und gab zu bedenken, dass ein guter Teil der künftigen Musikschullehrer heute die Musikschulen besucht.

Musik ist für ganzheitliche Bildung von großer Bedeutung

Landesrat Achammer wies in seinen Grußworten auf die Bedeutung der Musik für eine ganzheitliche Bildung hin. "Gerade in einer Zeit, in der ökonomische Faktoren zunehmend bestimmender werden, in einer Zeit, in der Kinder und Jugendliche überhäuft und überfrachtet werden und gleichzeitig Zukunftsängste zum Ausdruck bringen, ist es besonders wichtig, auf Herzensbildung zu setzen", stellte Achammer fest.

Musikalische Ausbildung bezeichnete er dementsprechend als ein Grundrecht. Der Musikunterricht trage dazu bei, die Aufnahmefähigkeit und die soziale Kompetenz zu stärken, zeigte sich der Landesrat überzeugt.

Maßnahmen um Wartelisten zu reduzieren

Im kommenden Jahr gelte es vor allem, konkrete Maßnahmen umzusetzen, um die Wartelisten zu reduzieren, betonte Achammer. Ein Beitrag dazu könne unter anderem durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Musikschulen und den Grund-, Mittel- und Oberschulen erzielt werden. Was die Nebentätigkeiten betrifft, müsse eine Öffnung und Lockerung der gegenwärtigen Regelung noch im kommenden Jahr erreicht werden.

"Wir müssen alles dafür tun, dass die Musik noch mehr – eben weil Musik ein Grundrecht ist – im Bereich der Inklusion tun kann: mit Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung, aber auch in der Integration von ausländischen Kindern und Jugendlichen, weil Musik eine universelle Sprache ist", stellte Achammer abschließend fest.

lpa/stol

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