Dienstag, 11. August 2020

Lockdown, Influencer und mehr: 3000 neue Wörter für den Duden

Er ist gelb und dick. Wie man ihn kennt. Doch auf den knapp 1300 Seiten zwischen den 2 Buchdeckeln hat sich einiges getan: Nach der Auflage von 2017 erscheint am Mittwoch ein neuer Rechtschreibduden in der 28. Auflage, der nicht nur von Corona geprägt ist.

Die neue Auflage des Dudens ist nicht nur von der Coronakrise geprägt.
Die neue Auflage des Dudens ist nicht nur von der Coronakrise geprägt. - Foto: © DLife
Covid-19, Reproduktionszahl und Lockdown: Eine Reihe häufiger Wörter aus der Corona-Krise ist in den Duden aufgenommen worden. „Coronavirus stand sowieso schon drin“, so die Leiterin der Dudenredaktion, Kathrin Kunkel-Razum, zur Deutschen Presse-Agentur. Nach dem Sars-Ausbruch 2002/03 sei das Wort wohl aufgenommen worden. Kunkel-Razum stellte trotz des Einflusses der derzeitigen Pandemie klar: „Es ist jetzt kein Corona-Duden.“

Entwicklungen in vielen verschiedenen Themenbereichen

Auch bei anderen Themen wie zum Beispiel Klima/Umwelt, Technik und Geschlechtergerechtigkeit habe es seit der Auflage von 2017 Entwicklungen gegeben, die nun berücksichtigt seien, so die Redaktionsleiterin. Neu aufgenommen wurden demnach etwa Flugscham, Elektroscooter und Transgender.

Ein Auszug aus der Liste der Neuaufnahmen kommt einem Schnelldurchlauf durch Debatten und Trends der vergangenen Jahre gleich: Alltagsrassismus, bienenfreundlich, Chiasamen, Dieselaffäre, Erklärvideo, Fridays for Future. Weiter geht es mit: Gendersternchen, Hatespeech, Influencer, Klimanotstand, Ladesäule, Masernimpfung, Netflixserie, oldschool. Und mit: pestizidfrei, rechtsterroristisch, Shishabar, transgender, Uploadfilter, Videobeweis, Whatsapp-Gruppe und – Zwinkersmiley.

Auch Hinweise zum gendergerechten Sprachgebrauch

Insgesamt enthalte der Duden 3000 neue Wörter, hieß es vom Verlag – er sei der bisher umfangreichste, den es je gab, mit insgesamt 148.000 Stichwörtern. 300 Wörter wurden gestrichen, etwa Kabelnachricht und Hackenporsche. Erstmals finden Nutzer auch Hinweise zum gendergerechten Sprachgebrauch.

Allein die vorige Auflage verkaufte sich laut Verlag 650.000 Mal. Im Zuge der Rechtschreibreform wurde die Verbindlichkeit aufgehoben. Der Rat für deutsche Rechtschreibung ist die maßgebende Instanz, die das amtliche Regelwerk herausgibt.

dpa

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