Montag, 18. Mai 2020

Notdienst in Südtirol gestartet: „Noch ist vieles ungewohnt“

Am heutigen Montag ist der Notdienst zur Betreuung von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter gestartet. Grundsätzlich sei der Start geglückt, sagt Bildungslandesrat Philipp Achammer.

Beim Notdienst müssen strikte Hygienemaßnahmen eingehalten werden (Symbolbild).
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Beim Notdienst müssen strikte Hygienemaßnahmen eingehalten werden (Symbolbild). - Foto: © APA / HELMUT FOHRINGER
Nach Wochen der Isolation ist am Montag der Notdienst gestartet: Von 8 bis 12.30 Uhr können Eltern, die keine andere Betreuungsmöglichkeit haben und dringend zur Arbeit fahren müssen, ihre Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter abgeben.

„Ich habe bereits von einigen Schulen Rückmeldungen erhalten und die sind positiv: Der Dienst funktioniert“, berichtet Bildungslandesrat Philipp Achammer.

Allerdings sei die Umstellung natürlich nicht einfach: „Die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen, darunter das ständige Desinfizieren und das Tragen des Mundschutzes ist für die Schützlinge ungewohnt. Vor allem die Kindergartenkinder sind es nicht gewohnt, wenn ihre Betreuerin einen Mundschutz trägt: Gerade in dem Alter ist die Mimik sehr wichtig“, zieht Achammer Resümee.

Lob und Kritik

Einige Eltern berichten auf Facebook vom ersten Tag ihrer Kinder im Notdienst:

„Meinen Kindern hat es gut gefallen. Es wird gebastelt und gespielt und sie dürfen Hausaufgaben machen. Am Morgen wurden die Verhaltensregeln erklärt, welche die Kinder im Grundschulalter auch gut bewältigen können. Die Kinder sind happy und wir Eltern somit auch! Nach 9 Wochen ist für uns ein bisschen Alltag zurückgekehrt“, schreibt etwa Sara Pircher auf der Facebook-Seite von Philipp Achammer.

Marlene Baggio aus Leifers schreibt: „Meine Kinder haben in Kindergarten und Grundschule den Notdienst heute begonnen und hatten eine große Freude. Ich finde, hier in Leifers ist es auch gut organisiert. Danke!“

Natürlich wurde auch die Kritik an den strengen Teilnahmebedingungen wiederholt.

„Für mich waren die Zeiten leider nicht machbar, muss um 8 Uhr stempeln, bzw. mindestens 4 Stunden arbeiten, mit Hin- und Rückfahrt also unmöglich. Bin jetzt Zuhause, hätte es aber gebraucht...“, bedauert etwa Marina Nischler.

Irene Grisenti schreibt: „Leider für uns total umsonst, und wir hätten sicher Anrecht gehabt, also ich kann mich nicht bedanken. Ich kann damit nicht einen Dienst abdecken, weder ich noch mein Mann: Und Entlastung ohne Hausaufgaben wäre es auch nicht.“

Für rund 2.300 Kinder ist heute der Notdienst in Kindergärten und Grundschulen gestartet. Dass das alles möglich wurde,...

Pubblicato da Philipp Achammer su Domenica 17 maggio 2020


Bereits seit vergangener Woche wurden die strengen Voraussetzungen kritisiert, aufgrund derer viele Eltern durch das Raster fallen, unter anderem all jene, die im Homeoffice arbeiten.

Auch wenn sich die Nachfrage beim ersten Anmeldungstermin in Grenzen gehalten hat, betont Landesrat Achammer erneut: „Eine Lockerung der Teilnahmebedingungen ist in diesem Moment nicht sinnvoll. Wir müssen zuallererst Erfahrungen sammeln, auch im Hinblick auf die Sommerbetreuung, um zu wissen, wie alles funktioniert.“

Italienische Schulen weigern sich weiter

Noch völlig ohne Notdienst sind hingegen die Schüler italienischer Schulen, obwohl auch diese einen solchen Dienst anbieten sollten.

„Hier stellen sich die Führungskräfte der italienischen Schulen quer, aus verschiedenen Gründen. Und das, obwohl sich sowohl der italienische Bildungslandesrat Giuliano Vettorato als auch viele Eltern für den Dienst ausgesprochen haben“, bedauert Achammer.

Einige italienischsprachige Eltern hätten sich aus diesem Grund bereits an die deutschen Einrichtungen gewandt, „dies ist aber natürlich nicht möglich.“

liz