Donnerstag, 02. Februar 2017

Promemoria Auschwitz: "Keine leichte Reise"

Das Projekt "Promemoria_Auschwitz" bietet Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen - und daraus für die Zukunft zu lernen. Seit 2011 ermöglicht das Land Südtirol, die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, Deina Alto Adige Südtirol und Arciragazzi jungen Menschen eine Reise in die KZs von Auschwitz und Birkenau. Am Donnerstag sind die Jugendliche zu ihrer Reise in die Erinnerung aufgebrochen.

170 Südtiroler nehmen an dem Projekt teil.
170 Südtiroler nehmen an dem Projekt teil.

170 Südtiroler des Projekts "Promemoria_Auschwitz. Die Reise der Erinnerung" machten sich am Donnerstag gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Trentino und Nordtirol Tirol auf den Weg nach Auschwitz und Birkenau.

Die Landesräte Philipp Achammer und Florian Mussner haben die Gruppe am Nachmittag im Haus der Kultur in Bozen verabschiedet.

„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit“

Landesrat Achammer sprach von einer "besonderen" Reise, die die Jugendlichen jetzt antreten werden. "Man kann nicht begreifen, wozu Menschen fähig waren", sagte Achammer, "sobald es keine Zeitzeugen mehr geben wird, die diese Hölle durchgemacht haben, wird es Aufgabe der jungen Generation sein, als Zeugen aufzutreten."

"Persönliche Erfahrungen sind für die Erinnerungskultur unserer Jugend besonders wichtig, um die Errungenschaft des Friedens zu untermaueren und um nicht zu vergessen, dass die Demokratie und freundschaftliche Verbindungen zu anderen Volksgruppen und Staaten keine Selbstverständlichkeit sind, sondern die grundlegende Basis für ein gelungenes Zusammenleben", so Landesrat Florian Mussner.

Bisher haben über 900 Jugendliche an der Reise teilgenommen

Die Grußworte von Landesrat Christian Tommasini, der an der heutigen Veranstaltung nicht teilnehmen konnte, überbrachte Michele Della Serra von Deina Südtirol. Tommasini drückte sein Bedauern darüber aus, dass er erstmals nicht persönlich anwesend sein konnte, da er aufgrund einer ärztlichen Visite verhindert war.

Freundschaften geknüpft - bewusste Bürger geworden

Er unterstrich, wie sehr er das Projekt von Anfang an unterstützt hat. "In den letzten Jahren haben mehr als 900 Jugendliche aller Sprachgruppen gemeinsam die Konzentrationslager von Auschwitz und Birkenau besucht und sind verändert nach Hause zurückgekehrt. Außerdem haben sie das Durchgangslager in der Reschenstraße besichtigt, Freundschaften geschlossen und sind zu 'Leuchttürmen', Zeugen sowie wachen, aktiven und bewussten Bürgern geworden, die nicht vergessen, was die Shoah und der Holocaust als größte Tragödie der Menschheitsgeschichte bedeutet haben", stellte Tommasini fest.

Begleitet werden die Jugendlichen von Fachkräften und Teilnehmern vorhergehender Reisen, die vom Verein Deina mit der Unterstützung von Historikern darauf vorbereitet wurden.

lpa/stol

stol