Samstag, 20. April 2019

Satellit soll Autoverkehr sicherer machen

Europas Satellitennavigationssystem Galileo soll den Verkehr der Zukunft sicherer machen. Im Unterschied zu GPS und anderen Systemen ist für Galileo ein Authentifizierungsdienst vorgesehen, um die Übermittlung manipulierter oder gefälschter Positionsdaten zu vermeiden.

In 700 Miliionen elektronischen Geräten sind Galileo-Empfangschips verbaut.
In 700 Miliionen elektronischen Geräten sind Galileo-Empfangschips verbaut. - Foto: © shutterstock

 „Satellitensignale sind nicht verschlüsselt, daher ist es möglich, gefälschte Signale an einen Empfänger zu versenden“, sagte Galileo-Chef Carlo des Dorides. „Mit authentifizierten Signalen lässt sich diese Gefahr reduzieren.“ Galileo sei das einzige Navigationssystem, das diese Funktion biete.

„Wenn die von autonomen Fahrzeugen empfangenen Positionsdaten nicht korrekt wären, würde das das Konzept automatisierter Autos drastisch unterhöhlen“, sagte der Direktor der in Prag ansässigen Satellitennavigationsbehörde GSA. Authentifizierung bedeutet, dass die Satelliten neben den Positionssignalen Datensignaturen versenden, die die Empfängergeräte mit Hilfe eines Schlüssels als echt identifizieren können.

Autobahn im Weltraum

Fehlen die Signaturen, erkennen die Empfänger, dass die Positionssignale gefälscht oder manipuliert sind. Der Dienst soll 2020 im Regelbetrieb angeboten werden. „Wir hören von den Autoherstellern, dass sie an der Authentifizierung interessiert sind“, sagte der portugiesische Behördenchef.

„Wir bauen eine weltraumbasierte Autobahn, die der europäischen Wirtschaft nutzen wird“, sagte des Dorides. „Derzeit haben wir 22 Satelliten in Betrieb. Wir sind fast da.“ Neben Galileo gibt es drei weitere globale Satellitennavigationssysteme, die in der Branche unter dem Kürzel GNSS firmieren: GPS, das russische Glonass und das chinesische Beidou-System. Für Europa sei es wichtig, ein System unter eigener Kontrolle zu haben, sagte des Dorides.

Positionsbetimmung auf 1 Meter

GPS und das russische Glonass – beides Systeme unter militärischer Kontrolle – hatten einen Vorsprung von 20 Jahren, wie des Dorides sagte. „Jetzt sind wir da mit exzellenter Leistung und 700 Millionen Nutzern.“ Das bezieht sich darauf, dass nach GSA-Angaben mittlerweile in 700 Millionen elektronischen Geräten Galileo-Empfangschips verbaut sind, zum Großteil in Mobiltelefonen.

„Galileo kann ihre Position derzeit mit einer Genauigkeit zwischen 1 Meter und 1.20 Meter bestimmen“, sagte der GSA-Chef. „Wir können mit Gewissheit sagen, dass wir hinter niemand zurückstehen.“

dpa

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stol