Montag, 04. September 2017

„Schule braucht Theater“

Theaterpädagogische Methoden im Unterricht dienen der Stärkung der Kommunikations- und Kooperationskompetenz, wirken sich positiv auf den Spracherwerb aus, ermöglichen emotionale Bildung und reichen in die Bereiche der Gesundheitsförderung, Bewegung und Sport hinein. Bildungslandesrat Philipp Achammer hat am Montag bei einer Pressekonferenz an der Mittelschule „Josef von Aufschnaiter“ in Bozen vorgestellt, was es mit der Initiative „Schule braucht Theater“ auf sich hat.

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Achammer wies darauf hin, dass die Schule auf eine Vielzahl von Anforderungen eine Antwort bieten müsse. „Bei der Theaterpädagogik geht es nicht in erster Linie um die Aufführung, sondern vielmehr um die Stärkung von sozialen und personalen Kompetenzen“, betonte er, „denn die Schule muss auch Raum für Kreativität bieten.“ Dadurch sei es möglich, die Schätze, die in den Kindern und Jugendlichen verborgen sind, ans Tageslicht zu bringen, erklärte der Landesrat.

Beatrix Christanell vom Bereich Innovation und Beratung im Deutschen Bildungsressort ging auf die Geschichte und Organisation der Theaterpädagogik an den Schulen ein und wies darauf hin, dass durch dieses Angebot ein handlungsorientierter Zugang zur Literatur ermöglicht wird. Sie berichtete, dass dank der Unterstützung durch das Land in diesem Jahr etwa 40 Projekte finanziert werden. Schulen können sich noch bis zum 30. September für die Angebote anmelden.

„Für mich ging ein Traum in Erfüllung“, räumte die Meraner Theaterpädagogin Christine Perri ein, die bereits seit zwölf Jahren in diesem Bereich arbeitet. „Ich staune immer wieder, was Theaterpädagogik mit den Schülern macht“, sagte sie und bestätigte, dass die Schüler immer sehr motiviert seien.

„Besonders wichtig ist der sozialdynamische Aspekt, und meist kommen die Schüler nach dieser Erfahrung besser miteinander aus“, stellte sie fest. Außerdem konnte sie beobachten, dass gerade Schüler mit Migrationshintergrund von der sprachlichen Arbeit besonders profitieren.

Das Ziel der Initative

Die Initiative verfolgt das Ziel, die personalen und sozialen Kompetenzen der Schüler zu stärken. Im darstellenden Spiel lernen die jungen Menschen, Beobachtungen und Gefühle mitzuteilen, die eigene und fremde Rollen in verschiedenen Konstellationen wahrzunehmen und zu reflektieren, selbstbewusst zu agieren und sich Neues zuzutrauen.

Im Bereich Auftritts- und Ausdruckskompetenz wird dem freien Sprechen vor Publikum ein „natürlicher“ Raum gegeben, die Ausdrucksmöglichkeiten der eigenen Stimme können erprobt und körpersprachliche Signale wahrgenommen und interpretiert werden. Im Umgang mit literarischen Texten wird dem darstellenden Zugang (vom Vorlesen bis zur Inszenierung auf der Bühne) der Vorzug gegeben gegenüber dem stillen Lesen im Kämmerlein mit anschließendem Deutungsgespräch bzw. analysierender Interpretation.

Nicht die große Theateraufführung steht also im Mittelpunkt, sondern das Instrumentarium der Theaterpädagogik, das beim Ausbau grundlegender Kompetenzen hilfreich sein kann. Zu diesem Zweck sind von Theaterpädagogen zwölf Angebote erarbeitet worden, die den Schulen zur Auswahl stehen.

lpa/stol

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