Donnerstag, 21. Mai 2015

Südtirol und der Erste Weltkrieg: die Online-Schau

Pünktlich zur am 23. Mai sich jährenden Kriegserklärung des Königreichs Italien an Österreich-Ungarn (1915) werden die Initiativen zum 100-jährigen Gedenken an den Ersten Weltkrieg um eine Online-Schau des Landesarchivs bereichert.

Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee am Bahnhof Bozen  5. November 1918. Foto: Online-Schau des Landesarchivs
Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee am Bahnhof Bozen 5. November 1918. Foto: Online-Schau des Landesarchivs

Die nun frei geschaltete Online-Schau "Der Erste Weltkrieg im Spiegel der Überlieferung" bietet eine nach den neun Themen Frontgeschehen und Militär, Kriegspropaganda, Feldpost, Kriegs- und Militärverwaltung, Tagebücher und Erinnerungen, Kriegsanleihen, Kriegswirtschaft, Heimatfront und Versorgungslage, Kriegsende gegliederte Auswahl von über 160 frei herunterlad- und verwendbaren Bildern und Texten.

 

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Landeshauptmann Arno Kompatscher: "Es gilt, aus der Geschichte für die Gegenwart und Zukunft die richtige Lehre zu ziehen". Foto: LPA

Über die Online-Schau sollten möglichst viele Menschen erreicht, über den Ersten Weltkrieg informiert und zum Nachdenken und Diskutieren angeregt werden, betonten Landeshauptmann Kompatscher und Landesrat Mussner bei der Vorstellung am Donnerstag in Bozen.

Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts: nicht vergessen

„Nationalistische und imperialistische Vorstellungen von Staatspolitik haben zur Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts geführt; nun gilt es, aus der Geschichte die richtigen Schlüsse für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen", unterstrich der Landeshauptmann. „Wir dürfen nicht vergessen, woher wir kommen, um zu wissen wohin wir gehen und der Weg aus meiner Sicht kann nur jener eines gemeinsamen Europas mit Vielfalt, Zusammenarbeit und Frieden sein", erklärte Kompatscher.

 

Landesrat Florian Mussner: "Wass passiert ist, kann sich wiederholen, wir müssen daran, arbeiten, dass dies nicht passiert". Foto:LPA

Gerade im Kulturbereich gebe es viele Möglichkeiten, ein Konzept des friedlichen Zusammenlebens zu vermitteln, die Online-Schau des Landesarchivs sei dafür ein Beispiel, so Mussner.

„Es gibt keine direkten Zeitzeugen mehr für den Ersten Weltkrieg, umso wichtiger ist es, dass wir uns mit Texten, Bildern auseinandersetzen, um zu begreifen, was geschah", sagte der Landesrat. „Was einmal passiert ist, kann sich wiederholen - wir müssen daran arbeiten, dass dies nicht passiert", hob Mussner hervor.

Briefe oder Tagebücher zum Nachlesen

Gezeigt wird bei der Online-Schau laut Landesarchiv-Direktorin Christine Roilo ein repräsentativer Querschnitt der im Südtiroler Landesarchiv vorhandenen Dokumente zum Ersten Weltkrieg. So gibt es beispielsweise Briefe oder Tagebücher zum Nachlesen oder symbolische Bilder wie eine Kanone auf der Ortlerspitze zum Anschauen.

Vor allem auch Schüler seien eingeladen, sich über die Ausstellung Einsichten und Ansichten zu verschaffen, so Roilo.

Das Südtiroler Landesarchiv verwahrt aufgrund seines Zuständigkeitsprofils keine Bestände von Militärbehörden. Aber auch in anderem amtlichen Schriftgut, in Privatbeständen, Sammlungsgut und vor allem in Bildbeständen gibt es Stücke, die das militärische Geschehen und das Leben im Hinterland vor allem im Südtirol jener Jahre beleuchten.

Zu finden ist die virtuelle Ausstellung "Der Erste Weltkrieg im Spiegel der Überlieferung" online - und zwar hier.

stol

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