Freitag, 11. Oktober 2019

Uni Innsbruck arbeitet Geschichte neu auf

Die Universität Innsbruck hat eine zweibändige Universitätsgeschichte vorgelegt, bei der sie die eigene Geschichte wissenschaftlich neu aufgearbeitet hat. Zudem wurde am Freitag anlässlich des diesjährigen 350-Jahres-Jubiläums der Innsbrucker Alma Mater auch die Kunstintervention von Wolfgang Flatz am „Ehrenmal“ vor dem Hauptgebäude enthüllt.

Am Freitag wurde das „Ehrenmal“ vor dem Hauptgebäude enthüllt.
Am Freitag wurde das „Ehrenmal“ vor dem Hauptgebäude enthüllt. - Foto: © APA / MARKUS STEGMAYR


Rund 2000 Seiten umfasst das Mammutwerk, bei der auch „dunkle Kapitel der Universitätsgeschichte“ beleuchtet werden, wie der Zeithistoriker und Herausgeber des Werkes, Dirk Rupnow, am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck sagte. Besondere Aufmerksamkeit widme man insgesamt der Zeit ab 1900, fügte er hinzu. Beleuchtet wurde auch die „Verstrickung der Universität in menschenverachtende Ideologien “, so Rupnow.

Über die Struktur der Bände referierte die zweite Herausgeberin, die Historikerin Margret Friedrich. Im ersten Band habe man verschiedene „Phasen der Universitätsgeschichte“ beleuchten wollen, während im zweiten Band mit „Tiefenbohrungen“ gearbeitet wurde und die Autoren dabei einzelne Aspekte dieser Phasen genauer betrachten.

Autoren sind bei alldem vornehmlich Wissenschaftler der Universität Innsbruck selbst, was nicht zuletzt ein Statement sei, da dadurch die „Expertise im Haus“ sichtbar werde, so Rupnow.

„Ehrenmal“ am Freitag enthüllt

Sehr wohl Unterstützung von außen hat man sich aber für die Kunstintervention geholt, die am „Ehrenmal“ vor dem Hauptgebäude vorgenommen wurde. Die martialische Anmutung des Denkmals von Lois Welzenbacher aus dem Jahr 1926, das den Gefallenen des Ersten Weltkrieges gedenken soll, hat Wolfgang Flatz mit blutgetränkten Lettern erweitert und zum Teil überdeckt.

Den Begriffen Ehre, Treue und Vaterland stellt er jeweils das Wort „Welche“ zur Seite und konstruiert damit eine Frage. Eine große weiße Rose soll weiters die „Stimmung“ des Denkmals verändern. „Das monumentale Denkmal hat mich bei der ersten Besichtigung damals sehr beeindruckt“, sagte der Künstler, dessen Interventions-Vorschlag nach einer Ausschreibung von einer Jury einstimmig gewählt wurde.

„Es ging mir darum das Wesentliche, den Kern der Sache herauszuarbeiten“, erklärte er. „Oftmals ist das Einfachste auch das Beste“, fügte er hinzu. Er habe sich bei seinem Kunstwerk außerdem einer „Sprayer-Ästhetik“ und der „Ästhetik der Straßensprache“ bedient, hielt Flatz fest.

apa