Sonntag, 02. Oktober 2016

Uni-Rektor Märk für "Studiengebühren" und "Medical School"

Der Rektor der Universität Innsbruck, Tilmann Märk, spricht sich für „sozial verträgliche“ Studiengebühren und die Einführung eines sogenannten „Zwischenjahres“ aus. Außerdem hält er die geplante "Medical School" für sinnvoll.

Der Rektor der Landesuniversität Innsbruck, Tilmann Märk, spricht sich für Studiengebühren aus.
Der Rektor der Landesuniversität Innsbruck, Tilmann Märk, spricht sich für Studiengebühren aus.

In einem „Zwischenjahr“ wären angehende Studenten nach ihrem Schulabschluss sowohl Gast an der Uni, bekämen aber auch die Möglichkeit, in Unternehmen, die spätere Arbeitgeber sein könnten, hineinzuschnuppern, erklärte der Rektor.

Der Vizerektor für Lehre habe sich das Modell in Deutschland, wo es in manchen Bundesländern schon eingeführt worden sei, bereits angesehen. „Gemeinsam mit der Wirtschaft und dem Land würden wir gerne ein derartiges Programm starten, mit besonderem Schwerpunkt auf dem MINT-Bereich“, meinte Märk.

Derzeit handle es sich dabei aber nur um Überlegungen, konkrete Pläne gebe es noch nicht. Die Uni Innsbruck wäre österreichweit jedenfalls die erste Universität mit einem derartigen „Zwischenjahr“.

"Gebühren verbessern Qualität des Studiums"

Studiengebühren hält der Rektor für durchaus sinnvoll. Diese müssten aber sozial verträglich sein. „Es bräuchte daher ein treffsicheres Stipendiensystem“, betonte Märk. Für ihn sei es jedenfalls nicht verständlich, warum Fachhochschulen Studiengebühren einheben können und Universitäten nicht. Jede zusätzliche Summe würde die Qualität des Studiums verbessern.

Die vom Land Tirol geplante „Medical School“ – eine Kooperation der Medizin-Uni Innsbruck und der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) in Hall – sah Märk sehr positiv. Er könne sich eine Zusammenarbeit durchaus vorstellen, zumal die Uni Innsbruck auch bereits in die Planungen miteingebunden sei, erklärte der Rektor.

„Ich finde es sinnvoll, dass man jungen Menschen in Österreich die Chance gibt, Medizin zu studieren – auch weil wir wissen, dass wir in Zukunft mit einem erhöhten Bedarf an Ärzten rechnen müssen“, argumentierte Märk. 

apa

stol