Donnerstag, 07. November 2019

„Vorreiter Italien“: Klimakunde fließt in neues Pflichtfach ein

Der italienische Bildungsminister Lorenzo Fioramonti sorgt international für Schlagzeilen: Mit Beginn des kommenden Schuljahres biete Italien als erstes Land der Welt das Thema Klima als Pflichtfach an. Südtirols Bildungslandesrat Philipp Achammer präzisiert: „Wir sprechen hier von einem Teilbereich der Bürgerkunde.“

Das Thema Klima hält im kommenden Schuljahr als Teilbereich des Pflichtfachs Bürgerkunde in den Schulen Einzug.
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Das Thema Klima hält im kommenden Schuljahr als Teilbereich des Pflichtfachs Bürgerkunde in den Schulen Einzug. - Foto: © shutterstock

Seit August ist es beschlossene Sache: Ab September 2020 werden 33 Schulstunden in den Grund-, Mittel- und Oberschulen dem Fach Bürgerkunde gewidmet.

Dabei sollen die Schüler unter anderem Einblicke in die politische Infrastruktur erhalten, angefangen von der Lokalpolitik bis hin zu internationalen Organismen wie etwa der UNO. Auch Verkehrserziehung steht auf dem Plan, ebenso Rechtswissen und eben auch Umwelterziehung.

In einem Interview mit der US-Zeitung „New York Times“ hatte Bildungsminister Lorenzo Fioramonti (5 Sterne) vor wenigen Tagen große Wellen geschlagen: Italien sei künftig ein Vorreiter in Sachen Bildung, da es als erstes Land der Welt die Themen Klima und Nachhaltigkeit als Pflichtfach einführe.

Dass es sich um einen Teilbereich des Pflichtfachs Bürgerkunde handelt, ging in der internationalen Berichterstattung etwas unter.

„Auch aufgrund der Bewegung 'Friday for future' ist das Thema Klima schon heute sehr präsent an Südtirols Schulen“, erklärt Bildungslandesrat Philipp Achammer.

Immer mehr Schulen verzichten auf Plastik, in verschiedenen Fächern werden die Themen Nachhaltigkeit und Klima aufgegriffen.

Mit dem neuen Pflichtfach „Bürgerkunde“ wird der Unterrichtsstoff zum Thema Klima künftig nun auch geprüft und fließt als Note ins Zeugnis ein.

„Noch sind nicht alle Punkte genau geklärt. Wir könnten uns vorstellen, das Fach Bürgerkunde modular zu gestalten, also in verschiedene Fächer einfließen zu lassen. Es ist nicht realistisch, dass eine Lehrperson allein alle Themenbereiche übernimmt“, so Achammer.

Für Dezember ist eine Informationsveranstaltung geplant, im Rahmen derer ausgelotet werden soll, was von dem Fach erwartet wird und wie man es am besten umsetzen kann.

„Fakt ist: Das Thema Klima ist schon längst in unseren Schulen angekommen, auch ohne Pflichtfach“, erklärt Achammer.

liz