Warum das sein muss und was die Schüler, Lehrer und Direktor dazu sagen.<BR /><BR />Seit dem Jahr 1787 besteht in Perdonig eine Schule. Aufgrund des nun von der Landesregierung beschlossenen Verteilungsplans der deutschsprachigen Schulen für den Zeitraum 2022/23 bis 2026/27 wird nun die Grundschule in Perdonig aufgelassen – als einzige im ganzen Land.<BR /><BR />„Es tut mir schon leid; ich bin gerne hier – mit meiner Freundin Laura“, sagt Maria. Laura besucht die vierte Klasse, Maria die zweite. Auch Thomas ist in der zweiten Klasse. Norbert und Jan sind die Fünftklässler, die im kommenden Schuljahr in St. Pauls die Mittelschule besuchen werden. In die Grundschule St. Pauls wechseln Maria, Thomas und Laura. Im Schülerbus fahren sie gemeinsam; dann trennen sich die Wege. <BR /><BR />„Eine Ära geht zu Ende, was freilich auch mit Wehmut verbunden ist. Das Dorf hat dann einen kulturellen Mittelpunkt weniger“, sagt Gemeindeschulreferentin Monika Hofer Larcher. Mit einer so niedrigen Schülerzahl sei die Schule aber nicht mehr zu halten. Da leide auch der Unterricht, da fehle der Austausch. Perdonig habe aber ein reges Vereinsleben – mit Kirchenchor, Feuerwehr und Theatergruppe und mit einem guten Gasthaus. <h3> Ende einer langen Geschichte</h3>„Dass die Schule schließt, schmerzt, steht doch eine lange Geschichte dahinter“, sagt Hannes Unterkofler, der Direktor des Grundschulsprengels Eppan. Es gehe aber darum, was für die Kinder das Beste ist. Um eine höchstmögliche Qualität in der Bildung zu gewährleisten, brauche es eine Mindestanzahl an Schülern – 10 sollten es da schon sein, wie Direktor Unterkofler betont. <BR /><BR />Die kleine Schülerzahl hat aber auch Vorteile. „Es ist so familiär hier, und ich kann auf jedes Kind richtig eingehen“, sagt Daniela Tammerle. Für die Junglehrerin ist es das erste Jahr in Perdonig, und sie unterrichtet gerne in der kleinen Schule.<BR /><BR />Das fünfte Jahr ist es für die Religionslehrerin Andrea Geyer. Auch wenn sie der Unterricht mehrerer Jahrgänge in einem Raum herausfordert, kommt sie gut zurecht. Der Kontakt zur Pfarre ist gut, ebenso zu den Eltern, die hinter der Schule stehen. „Sie bedauern es schon, dass sie schließt, aber sie haben Verständnis“, sagt die Lehrerin. Ein kurzes, aber durchaus angenehmes Gastspiel ist der Unterricht an der Zwergschule für David Garmsiri. Er vertritt eine Kollegin. <h3> 8 Jahrgänge in einem Raum</h3>Nun sind die Tage der Grundschule Perdonig gezählt, eine Jahrhunderte alte Schulgeschichte geht zu Ende. Die erste schulische Unterweisung erhielten die Perdoniger Kinder von den Priestern, die das kleine Dorf seelsorglich betreuten. Einer der letzten Kuraten, die in den 1860-er Jahren den Schuldienst versahen, war Johann Jaider. Als dieser in den Gemeindeausschuss gewählt wurde, kamen weltliche Lehrer nach Perdonig. <BR /><BR />Der Raum, wo die Schule untergebracht war, wechselte immer wieder. 1903 entstand ein Neubau für die Schule. 1937 ist die Höchstzahl von 63 Schülern dokumentiert – 8 Jahrgänge in einem Raum.<BR /><BR />1986 wurde wieder gebaut und 1988 das heutige Schulhaus bezogen. In einer umfassenden Chronik sind die wichtigen Ereignisse festgehalten – in Wort und Bild.