Samstag, 29. Dezember 2018

Wenig Vorschläge für „Unwort“ des Jahres

„Heißzeit“ ist das Wort des Jahres – Das „Unwort“ 2018 wird Mitte Januar gekürt. Diesmal gingen weniger Vorschläge ein als sonst.

Nachdem Einigkeit über das Wort des Jahres 2019 herrscht, wird nun nach dem Unwort des Jahres gesucht.
Nachdem Einigkeit über das Wort des Jahres 2019 herrscht, wird nun nach dem Unwort des Jahres gesucht. - Foto: © shutterstock

Die Flüchtlingspolitik ist erneut das Hauptthema der Vorschläge für das „Unwort“ des Jahres. Im Vergleich zu den Vorjahren beteiligten sich 2018 aber deutlich weniger Menschen an der sprachkritischen Aktion. Knapp 850 Vorschläge seien kurz vor dem Einsendeschluss am 31. Dezember eingegangen, sagte die Sprecherin Nina Janich von der Technischen Universität Darmstadt der Deutschen Presse-Agentur.

Sonst wurden seit Mitte der 1990er Jahre stets mehr als 1000 Einsendungen gezählt, in einigen Jahren sogar mehr als 2000. In diesem Jahr haben die Bürger 481 unterschiedliche Ausdrücke als „Unwort“ vorgeschlagen, weniger waren es zuletzt im Jahr 2000 mit 446 Begriffen. Das „Unwort“ des Jahres wird am 15. Januar in Darmstadt bekannt gegeben.

Wörter für ärgerliche Personen, Dinge und Sachverhalte gesucht!

„Circa 30 Wörter aus diesen Einsendungen entsprechen einem der vier Kriterien der Jury“, sagte die Sprachwissenschaftlerin Janich. Die Jury rügt Begriffe, die gegen die Menschenwürde oder die Demokratie verstoßen. Die beiden anderen Kriterien sind die Diskriminierung einzelner gesellschaftlicher Gruppen sowie euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen. Die Häufigkeit eines Vorschlags spielt für die Entscheidung keine Rolle.

„Über 50 weitere Wörter könnten den Kriterien entsprechen, sind aber womöglich veraltet, unklar belegt oder sogar schon als Unwörter gewählt“, sagte Janich. Der Rest entspreche nicht den Kriterien. Häufig seien dies „Wörter für Personen, Dinge oder Sachverhalte, die als solche als Ärgernis oder Problem empfunden werden“.

Feminismusflausen und Klimahysterie

Als Beispiel nennt Janich den Ausdruck DSGVO (Datenschutzgrundverordnung), der 20 Mal vorgeschlagen worden sei.

Chancen hätten möglicherweise – neben der Flüchtlingspolitik – auch Vorschläge wie „Anklopf-Raketen“, „Deutungshoheit“, „Entmietung“, „Feminismusflausen“ oder „fluide Lage“, sagte Janich. Die Jury werde voraussichtlich auch über „Gesinnungsdiktatur“, „Menschenrechtsfundamentalismus“, „Klimahysterie“, „Ökoterrorist“ und „Klima-Nazi“ diskutieren.

dpa

stol