Donnerstag, 24. Juni 2021

Wertvolles Gemeingut: 3.090.717 Bücher in Südtirols Bibliotheken

Wieviele Bibliotheken gibt es in Südtirol, wo gibt es die meisten, wie ist der Bestand und wie viele Bücher haben die Südtiroler ausgeliehen? All das und viele weitere Aspekte zum Thema Bibliotheken hat das Landesinstitut für Statistik erhoben.

Im Laufe des Jahres 2020 wurden in Südtirol 1.868.996 Bücher ausgeliehen.
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Im Laufe des Jahres 2020 wurden in Südtirol 1.868.996 Bücher ausgeliehen. - Foto: © shutterstock
Südtirols Bibliotheken zählen 3.090.717 Bücher. 41,7 Prozent davon sind in den örtlichen öffentlichen Bibliotheken verfügbar und weitere 23,7Prozent in den Mittelpunktbibliotheken, die an zweiter Stelle der Rangordnung nach Umfang des Buchbestandes liegen.

Im Laufe des Jahres 2020 wurden in Südtirol 1.868.996 Bücher ausgeliehen. Der Großteil der Entlehnungen entfällt aufgrund des hohen Bestandes auf die örtlichen öffentlichen Bibliotheken (70,9 Prozent) und die Mittelpunktbibliotheken (21,0 Prozent).




Die registrierten Nutzer, die im Laufe des Jahres 2020 mindestens ein Medium ausgeliehen haben, sind 106.848. Sie machen 7,4 Prozent der über 1,4 Millionen Bibliotheksbesucher aus. Bibliotheksbesucher und aktive Nutzer sind gegenüber dem Vorjahr aufgrund des Covid-19-Notstandes stark gesunken, verglichen mit den 2,4 Millionen Besuchern und beinahe 140.000 registrierten Nutzern im Jahr 2019.




Ein weiterer wichtiger Indikator, um den Nutzungsgrad des Buchbestandes zu messen, ist das Verhältnis zwischen Entlehnungen und Bestand. Lediglich bei den örtlichen öffentlichen Bibliotheken übersteigen die
Ausleihen den Bestand (mit einem Wert von 1,03), was bedeutet, dass die lagernden Bücher im Durchschnitt öfter als einmal jährlich verliehen wurden. Dieser Indikator hängt natürlich vom tatsächlich entlehnbaren Bücherbestand der Bibliotheken ab.




In Anbetracht der kulturellen Funktion der Bibliotheken ist es auch wichtig aufzuzeigen, welche und wie viele andere Medien die Bibliotheken ihren Nutzern zur Verfügung stellen, wie z.B. Audio-CDs, DVDs, Spiele, Tageszeitungen, Zeitschriften und Anderes.

Im Pustertal gibt es die meisten Bibliotheken

Die Bibliotheken haben neben ihrer grundlegenden kulturellen Rolle auch eine äußerst wichtige gesellschaftliche Aufgabe inne: nämlich die des soziokulturellen Bezugspunkts in ihrem Einzugsgebiet. Sie fungieren in ihrem Einzugsgebiet, das nicht nur Städte, sondern auch weitläufig ländliche Gebiete einschließt, als soziokultureller Bezugspunkt.

Das Netz der öffentlich zugänglichen Südtiroler Bibliotheken besteht aus 276 Einrichtungen: In den meisten Fällen sind diese örtlicher öffentlicher Natur (87,7 Prozent).

Was die räumliche Verteilung der Bibliotheken betrifft, verfügt das Pustertal (53) über die größte Anzahl, während das Wipptal am wenigsten Bibliotheken aufweist (15).




Bozen hat höchste Rate von Büchern je Einwohner

Die Zahl der Bibliotheken allein reicht trotz ihrer Aussagekraft über das lokale Angebot nicht aus, um den Büchereidienst in Südtirol zu bewerten. Daher wurde eine Kennzahl errechnet, die die verfügbaren Bücher in Beziehung zu den Einwohnern setzt und so den effektiven Buchbestand misst, über den jeder Bürger im Durchschnitt verfügt.

Die Landeshauptstadt stellt mit 12,2 Büchern pro Einwohner das Gebiet mit der höchsten Bücherverfügbarkeit. Tiefstwerte erreichen hingegen die Bezirksgemeinschaft Pustertal (3,3), Wipptal und Salten-Schlern (beide 3,4).

Die beiden Daten, Anzahl der Bibliotheken und Bücher pro Einwohner, zeigen einerseits die Bürgernähe des Dienstes und andererseits den beachtlichen Umfang des Bücherangebotes auf, der auch auf die Größe der Bibliotheken zurückzuführen ist.




Unter den von den Bibliotheken des Landes angebotenen Diensten ist zu erwähnen, dass der Öffentlichkeit 393 Computerarbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden, 316 davon mit Internetzugang. In 99 Bibliotheken gibt es kostenloses WLAN für die Benutzer der Bibliothek.

Immer mehr Bibliotheken (184) verfügen außerdem über Online-Kataloge, die über PC abrufbar sind.

Während der Pandemiephase zwischen Anfang März und Mitte Mai 2020 boten 168 Bibliotheken einen Abholservice, 107 Bibliotheken einen Lieferservice und 60 Bibliotheken einen anderen Service an.

Knapp 85 Prozent des Personals sind Ehrenamtliche

Von den 2.262 in den 276 öffentlich zugänglichen Südtiroler Bibliotheken tätigen Mitarbeitern leisten 84,7Prozent ihren Dienst ehrenamtlich, während 15,3 Prozent ihre Tätigkeit hauptamtlich ausüben.



Sehr viel häufiger als Männer sind es Frauen, die eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Bibliothek ausüben (92,0% Frauen gegenüber 8,0% Männer). Der hohe Frauenanteil unter den Bibliotheksmitarbeitern tritt aber auch bei den hauptamtlichen Mitarbeitern zutage, von denen 80,1Prozent weiblich sind.

Berücksichtigt man den statistisch relativ gering ins Gewicht fallenden männlichen Anteil, ist es umso interessanter festzustellen, in welchen Bibliotheken vorwiegend Männer beschäftigt sind. Es handelt sich bei den Hauptamtlichen um die Mittelpunktbibliotheken und Studienbibliotheken, während die ehrenamtlichen Bibliothekare vor allem in Fachbibliotheken tätig sind.




Durchschnittlich waren die Bibliotheken 42,2 Tage aufgrund des
COVID-Notstandes geschlossen


Die Mittelpunktbibliotheken bieten mehr als alle anderen (ausgenommen die Kategorie „Andere Bibliotheken“) eine beträchtliche Stundenanzahl an wöchentlicher Öffnungszeit an (36,5); ebenso ist die durchschnittliche Zahl an Tagen, an denen sie geöffnet sind, hoch (5,8).

Die örtlichen öffentlichen Bibliotheken haben meist auch kleine Zweigstellen oder Leihstellen mit verkürzten Öffnungszeiten, was zu einer Senkung des Durchschnittswerts der Hauptsitze führt.

Die Bibliotheken waren aufgrund des COVID-19-Notstandes durchschnittlich 42,2 Tage geschlossen.

Fachbibliotheken waren mit 92,9 Tagen am längsten geschlossen, örtlich öffentliche Bibliotheken mit 37,6 Tagen am kürzesten.

stol