Sonntag, 18. November 2018

Buch und App mit 25 Kinderliedern in 4 Sprachen vorgestellt

Das neue quasi singende Buch "Jun a cianté!" mit 25 Kinderliedern in 4 Sprachen von André Comploi wurde am 17Samstag in St. Martin in Thurn vorgestellt.

Das neue Liederbuch "Jun a cianté" wurde am 17. November in St. Martin in Thurn vorgestellt. - Foto: LPA/Micurá de Rü
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Das neue Liederbuch "Jun a cianté" wurde am 17. November in St. Martin in Thurn vorgestellt. - Foto: LPA/Micurá de Rü

25 weitgehend bekannte Kinderlieder in 4 Sprachen – Ladinisch, Deutsch, Italienisch und Englisch hat André Comploi im neuen Buch „Lasset uns singen!“ (Ladinisch: Jun a cianté!), herausgegeben vom Ladinischen Kulturinstitut Micurá de Rü gesammelt. Sämtliche Lieder sind dabei mit Bildern und mit Tonaufnahmen in vier Sprachen versehen. Insgesamt sind im Buch also 101 Stücke („Bruder Jakob“ liegt auch auf Französisch vor) in gedruckter Form enthalten. Dazu gibt es Tonaufnahmen von einer Instrumentalgruppe live eingespielt und von Kindern solistisch gesungen.

"Man kann die Wichtigkeit des Singens mit Kindern nicht hoch genug einschätzen: Es fördert ihre emotionale, soziale und kognitive Entwicklung, wie wissenschaftliche Studien belegen. Und je früher man sich mit mehreren Sprachen befasst, umso leichter wird man sich in weiterer Folge tun", erklärte der Ladiner André Comploi, Pressechef der Wiener Staatsoper, bei der Vorstellung des Liederbuchs am 17. November im Ladinischen Kulturinstitut Micura de Rü.

"Außerdem glaube ich, dass die Publikation auch als eine symbolische Brücke zwischen Kulturen, Sprachen und Sprachgruppen betrachtet werden kann. Alle 3 offiziellen Sprachen Südtirols sind repräsentiert, zudem Englisch als internationale Verständigungssprache. Die ausgewählten Sprachen sind hier eng miteinander verbunden und behalten dennoch ihren eigenständigen Wert", sagte Comploi.

Institutsdirektor Leander Moroder verwies auf die Bedeutung des Projekts für die Ladiner, gerade weil die Liedersammlung mehrsprachig und multimedial sei. Er lobte zudem die gelungene Kombination von Musik, Kultur und Sprachen.

André Comploi, der Pressechef der Wiener Staatsoper, ist der Autor des neuen Liederbuches, das er heute in St. Martin in Thurn vorgestellt hat. - Foto: LPA/Micurá de Rü

Das "singende Buch" trifft einen zentralen Nerv zeitgemäßer Bildung und musischer Erziehung: Die Förderung des Singens mit Kindern bei gleichzeitiger Begünstigung von Mehrsprachigkeit. Und zwar anhand von sowohl "klassischen" als auch modernen Mitteln: einerseits ein gedrucktes Buch und Tonaufnahmen mit authentischem, nicht-computerisiertem Klang, andererseits der direkte und bequeme Abruf der Lieder anhand eines QR-Codes unterhalb der Liedtexte und einer App, die kostenlos heruntergeladen werden kann.

Die ausgewählten Lieder in "Lasset uns singen!" (der Buchtitel ist ein Zitat aus dem Lied „Kuckuck, Kuckuck“) haben Großteils mehrere Jahrzehnte überlebt und sind nach wie vor aktuell. Die meisten entstammen dem deutschsprachigen Kulturkreis, die anderen dem englisch-, italienisch- oder französischsprachigen, ein einziges ist genuin Ladinisch (Pesc dla sëra). Nur sehr wenige waren bereits in mehreren Sprachen verfügbar, die meisten Übersetzungen und jedenfalls alle ladinischen Versionen stammen von Comploi.

Besonderen Reiz verleihen der Publikation die Illustrationen: Matteo Rubatscher hat in kindgerechter Weise jedes einzelne Lied bildlich interpretiert. Die handgezeichneten und handbemalten Bilder sind integraler Bestandteil des Buches.

lpa

stol