Montag, 05. Oktober 2020

Corona bringt Fahrplan für Europäische Kulturhauptstädte ins Wanken

Die weltweite Corona-Pandemie bringt den Fahrplan für die Zuteilung des Titels der Europäischen Kulturhauptstadt ins Wanken. So droht das Kulturhauptstadtjahr 2021 für Timisoara (Rumänien) und Novi Sad (Serbien) um ein oder 2 Jahre verschoben zu werden.

Timisoara sollte eigentlich Kulturhauptstadt 2021 werden.
Timisoara sollte eigentlich Kulturhauptstadt 2021 werden. - Foto: © shutterstock
„Es gibt diesen Vorschlag“, sagte Ivan Sarar, der das Programm für die diesjährige Kulturhauptstadt Rijeka in Kroatien macht, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Seines Wissens sei das aber von den zuständigen europäischen Gremien noch nicht beschlossen worden.

„Es könnte sein, dass es dann 2021 gar keine Europäische Kulturhauptstadt gibt, was eine schlechte Botschaft wäre“, fügte er hinzu. Rijeka sei bereit, sein eigenes Kulturhauptstadt-Programm ins nächste Jahr hinein zu verlängern. „Aber für nicht allzu lange Zeit“, meinte Sarar. Eine derartige Verlängerung würde viel Geld kosten.

Rijeka ist in diesem Jahr zusammen mit dem irischen Galway Europäische Kulturhauptstadt. Beide Städte begannen ihre Programme noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie auf dem europäischen Kontinent. Rijeka präsentiert sich mit einem ambitionierten Programm, das Fragen der Globalisierung, der Zukunft der Arbeit und der Migration aufwirft, aber auch Projekte zur Stärkung lokaler Gemeinschaften einschließt.

Wegen der Pandemie mussten sich Sarar und sein Team an einen Lockdown im Frühjahr, an Reisebeschränkungen in Europa und an geschrumpfte staatliche und kommunale Budgets anpassen. Ungefähr die Hälfte der Programme und Projekte fiel den Maßnahmen und den Sparplänen zum Opfer.

Die Kulturhauptstadt Europas ist eine Initiative der Europäischen Union. Jedes Jahr werden zwei Städte ernannt, meistens eine aus den alten EU-Staaten und eine aus den neuen. In Deutschland war zuletzt Essen mit dem Ruhrgebiet (2010) Europäische Kulturhauptstadt.

apa

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