Dort erzählt er über das „Hindernis“ Südtiroler Dialekt, Konkurrenz an der Schauspielschule, Traumrollen und wo man ihn demnächst im TV und Web unter anderem als lustlosen Sanitäter sehen kann.<BR /><BR /><b>Viele junge Leute träumen von einer Karriere im Filmgeschäft. Meist bleibt es ein Traum. Wann war für Sie denn klar, dass Sie dieses Ziel verfolgen wollen?</b><BR />David Auer: Da gab es keinen Moment x, an dem es klick machte. Es war vielmehr von klein auf mein Ding: Schon als Kind bin ich gerne in andere Rollen geschlüpft, auch im Schultheater. Viel Theater gespielt habe ich dann während eines Auslandsjahres in der Oberschule in Kanada. Ich kann von vielem ein bisschen, spielte etwa 8 Jahre lang Eishockey, aber ja – die Schauspielerei, das ist einfach meines. <BR /><BR /><b>2018 haben Sie sich an der Münchner Schauspielschule Zerboni beworben. Bekannte Absolventen sind unter anderem Marcus Mittermeier oder Christine Neubauer. Womit konnten Sie die Dozenten überzeugen?</b><b>Immerhin bewerben sich dort jährlich rund 300 Studenten. 20 davon werden ausgewählt.</b><BR />Auer: Es muss wohl der Gesamteindruck gewesen sein, nach dem Vorsprechen hatte ich selbst kein gutes Gefühl, es hat dann aber doch gleich geklappt. Im Grunde wird einem schnell klar, dass man am Anfang steht und so gut wie nichts kann. <BR /><BR /><b>Inwieweit stellte der Südtiroler Dialekt für Sie zu Beginn ein Hindernis dar?</b><BR />Auer: Jeder Absolvent hat seine Baustelle, an der er arbeiten muss. Klar habe ich gerade zu Beginn jeden Tag an meiner Sprache gearbeitet. Die 3-jährige Ausbildung erfordert viel Disziplin und Ausdauer. Aber ich wollte meinem Berufswunsch auch eine gute theoretische und praktische Ausbildung zugrunde legen und nicht einfach so ins Blaue starten.<BR /><BR /><b>Wie hart ist die Konkurrenz an der Schule – immerhin werden die Absolventen direkt von einer Agentur betreut und an Film und Fernsehen vermittelt?</b><BR />Auer: An der Schule selbst gibt es so unterschiedliche Typen, von dem her hat da jeder seine Nische. Das Geschäft ist natürlich hart und Absagen stehen auf der Tagesordnung, da vermisst dich keiner. Ich bin aber überzeugt: Jeder, der wirklich dranbleibt, kann es schaffen. Mein Ziel ist es, gut von der Schauspielerei leben zu können. <BR /><BR /><b>In welchen Rollen kann Sie das Publikum demnächst sehen?</b><BR />Auer: Auf Amazon Prime Video läuft ab November die zweite Staffel von der Serie „Der Beischläfer“ und Anfang 2022 wird die Serie „Herzogpark“ ausgestrahlt – unter anderem mit Heiner Lauterbach. Dabei handelt es sich um eine der größten Produktionen des Jahres. Da dabei sein zu können, war schon extrem cool. Ich spiele einen jungen etwas lustlosen Sanitäter. <BR /><BR /><b>Und wie geht es nun weiter?</b><BR />Auer: Im Juni habe ich die Masterklasse der Schauspielschule abgeschlossen und jetzt geht es darum, eine neue passende Schauspielagentur zu finden. Derzeit bin ich noch Teil der Agentur Fabelhaft, die die Schüler der Schauspielschule Zerboni vertritt. Momentan befinde ich mich in einer Art Entscheidungsphase. Außerdem laufen Castings, Bewerbungen und Angebote für mögliche Rollen. <BR /><BR /><b>Theater oder Film?</b><BR />Auer: Das Filmgeschäft war lange Zeit gefühlt unerreichbar – nun, da ich einige Erfahrungen bereits sammeln konnte, merke ich: Beides hat seine Vorteile. Beim Theater erlebst du unmittelbar eine Reaktion aus dem Publikum. Im Filmgeschäft spielt Geld und Zeitdruck eine Rolle, ist aber total spannend und fordernd. Im Grunde geht es aber darum, Emotionen zu vermitteln. Am schlimmsten finde ich Filme, die rein gar nichts beim Zuschauer auslösen. <BR /><BR /><b>Eine Rolle, die Sie einmal spielen möchten?</b><BR />Auer: Bisher war ich meist der schüchterne oder lustige Typ. Der Bösewicht, der würde mich schon reizen.<BR />