Dienstag, 24. September 2019

„Der Bozen-Krimi“: Südtirol als Heimstatt des geballten Grauens

„Gegen die Zeit“ heißt die neunte Episode der ARD-Donnerstags-Reihe „Der Bozen-Krimi“. Wie immer ist auf mehreren Handlungsebenen schwer was los in Südtirol. Und am Schluss wird es blutig.

Szene aus dem Bozen Krimi Mörderisches Schweigen. - Foto: © ARD Degeto/Hans-Joachim Pfeiffer
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Szene aus dem Bozen Krimi Mörderisches Schweigen. - Foto: © ARD Degeto/Hans-Joachim Pfeiffer

Von Idylle ist wieder einmal kaum eine Spur im sonst so malerischen Südtirol. Zunächst bekommen es die beiden versierten Ermittler, Frau Commissario Sonja Schwarz (Chiara Schoras, „Das Pubertier“) und Revierleiter Matteo Zanchetti (Tobias Oertel, „Der Sohn“), mit der Entführung eines kleinen Mädchens aus sichtlich reichem Haus zu tun. Eine normale Erpressung, ein Familiendrama – oder steckt die Mafia dahinter? Die aufgewühlten Eltern scheinen etwas zu verbergen. Jedenfalls muss schnell gehandelt werden, denn das an einer Stoffwechselkrankheit leidende Kind braucht dringend Medikamente.

Das Erste zeigt den neuen Fall („Gegen die Zeit“) der ARD-Donnerstagsreihe „Der Bozen-Krimi“ am Donnerstag (26. September, 20.15 Uhr). Mit der Entführungsgeschichte ist allerdings längst nicht getan: Wie immer gibt es auch in dieser Episode durchgehende Parallelhandlungen, die das Revier rund um die Hauptstadt der italienischen Alpenprovinz als Heimstatt des Grauens erscheinen lassen.

Hier geht's zum Trailer.

Da muss sich zum einen die verwitwete Kommissarin Schwarz erneut Sorgen um das Weingut ihrer Schwiegermutter Katharina (Lisa Kreuzer) machen. Das steckt nämlich nicht nur in wirtschaftlichen Schwierigkeiten – dort brennt auch in der Nacht ein auf Raten gekauftes Erntefahrzeug ab. Welche Rolle mag dabei der meue Verwalter (Harald Windisch) spielen, Katharinas zwielichtiger, einst zur Adoption freigegebener und nun zurückgekehrter verlorener Sohn?

Zum anderen muss der coole Capo Zanchetti wegstecken, dass mittels einer Autobombe ein Mordanschlag auf ihn verübt worden war. Und da kommt dann die Anwältin Guilia Santoro (Susanna Simon) ins Spiel. Die wie ein eiskalter blonder Engel wirkende Nachfolgerin des Mafia-Statthalters Rossi hat zudem via Erpressung einen Maulwurf bei der Polizei platziert. Was die Kollegen erheblich verunsichert – vor allem den frisch verliebten jungen Jonas (Gabriel Raab). All die Machenschaften hat der renommierte Regisseur Thorsten Näter („Tatort“, „Bella Block“) nach eigenem Drehbuch routiniert und dynamisch samt einigen spektakulären Luftaufnahmen ins Bild gesetzt.

Unverwüstliche Krimifans werden die inzwischen neunte „Bozen-Krimi“-Folge sicher zu schätzen wissen. Manchen anderen Zuschauern könnte der Handlungswust schon weniger gefallen – zumal er oft Kenntnisse vorheriger Filme voraussetzt. Am Ende dieser Episode schürt Näter mit einem dramatischem Coup die Neugierde auf die Fortsetzung: Da malt nämlich Guilia Santoro mit ihrem eigenem Blut ein „V“ für Vendetta („Blutrache“) auf Zanchettis Hemd.

dpa

stol