Dienstag, 14. August 2018

Deutscher Buchpreis: Südtiroler Autor Oberhollenzer nominiert

Eine Kritiker-Jury hat am Dienstag in Frankfurt unter 199 Titeln 20 Romane für den Deutschen Buchpreis nominiert. Auch der Südtiroler Autor Josef Oberhollenzer ist mit seinem Roman „Sültzrather“ in der Longlist vertreten.

Der Südtiroler Josef Oberhollenzer ist mit seinem Roman „Sültzrather“ in der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2018 vertreten.
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Der Südtiroler Josef Oberhollenzer ist mit seinem Roman „Sültzrather“ in der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2018 vertreten. - Foto: © D

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet der „Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung“ jährlich den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Der Deutsche Buchpreis steht für eine garantiert unabhängige und kompetente Preisträgerermittlung.

Der Autor Josef Oberhollenzer, geboren 1955 im Ahrntal, lebt in Bruneck. Er schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke. Rockbands haben einige seiner Texte vertont. 

Nominierter Roman „Sültzrather“

„Sültzrather“ handelt von einem Zimmermann aus Aibeln in Südtirol. Nach dem Sturz vom Baugerüst und der folgenden Querschnittslähmung beginnt der Protagonist Vitus Sültzrather zu schreiben. Es ist ein Schreiben gegen das Vergessen: Wie besessen, akribisch genau, vertraut er die Details, die nur er wissen kann, dem Papier an. Doch dann beginnt er das, was er aufgeschrieben hat, wieder zu vernichten, Seite für Seite abkratzend, abschabend, ein Vernichtungsfeldzug, der von seiner Umgebung, seiner Schwester, der Zugehfrau und deren Tochter nicht gestoppt werden kann.

Mit hoher Kunstfertigkeit passt Oberhollenzer seinem Protagonisten eine Erinnerung auf den Leib. Ein großartiger Roman über die Frage, woraus Erinnerung nach dem Verschwinden gemacht ist.

Die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2018

Alle nominierten Autoren mit ihren Romanen (in alphabetischer Reihenfolge) sind:

  • Carmen-Francesca Banciu, Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten! (PalmArtPress, März 2018)
  • María Cecilia Barbetta, Nachtleuchten (S. Fischer, August 2018)
  • Maxim Biller, Sechs Koffer (Kiepenheuer & Witsch, September 2018)
  • Susanne Fritz, Wie kommt der Krieg ins Kind (Wallstein, März 2018)
  • Arno Geiger, Unter der Drachenwand (Carl Hanser, Januar 2018)
  • Nino Haratischwili, Die Katze und der General (Frankfurter Verlagsanstalt, August 2018)
  • Franziska Hauser, Die Gewitterschwimmerin (Eichborn, Februar 2018) 
  • Helene Hegemann, Bungalow (Hanser Berlin, August 2018)
  • Anja Kampmann, Wie hoch die Wasser steigen (Carl Hanser, Januar 2018)
  • Angelika Klüssendorf, Jahre später (Kiepenheuer & Witsch, Januar 2018)
  • Gert Loschütz, Ein schönes Paar (Schöffling & Co., Februar 2018)
  • Inger-Maria Mahlke, Archipel (Rowohlt, August 2018)
  • Gianna Molinari, Hier ist noch alles möglich (Aufbau, Juli 2018)
  • Adolf Muschg, Heimkehr nach Fukushima (C.H.Beck, Juli 2018)
  • Eckhart Nickel, Hysteria (Piper, September 2018)
  • Josef Oberhollenzer, Sültzrather (Folio, März 2018)
  • Susanne Röckel, Der Vogelgott (Jung und Jung, Februar 2018)
  • Matthias Senkel, Dunkle Zahlen (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2018)
  • Stephan Thome, Gott der Barbaren (Suhrkamp, September 2018)
  • Christina Viragh, Eine dieser Nächte (Dörlemann, Februar 2018)

stol/dpa

stol