Die talentierte Russin entführt ihr Publikum live „In 80 Bildern um die Welt“ und diese Bilder hinterlassen einen bleibenden Eindruck, obwohl oder gerade weil sie so flüchtig sind. Im Frühjahr 2019 lädt die Königin der Sandkunst erneut zu einer einzigartigen Erdumrundung ein, immer humorvoll und mit einem Augenzwinkern. Dabei steht erstmals ein Termin in Südtirol auf dem Programm.Südtirol Online (STOL): Welche Rolle spielte Sand in Ihrer Kindheit?Irina Titova: Wie für wahrscheinlich alle Kinder eine sehr wichtige Rolle. Sand ist für die meisten das erste „Medium“, mit dem wir als Kinder etwas aktiv kreieren und schaffen können.STOL: Woher kam dann die Inspiration, auf Glas mit Sand zu malen?Titova: Ich bin Kunsttherapeutin und ich habe mit tauben und autistischen Kindern gearbeitet. Das spielerische Malen mit dem Sand war Teil der Therapie. Gerade für diese Kinder ist die Sensorik sehr wichtig. Dabei ist einmal aus Versehen ein Leuchttisch ins Therapiezentrum geliefert worden - die Sandbilder auf der untergeleuchteten Platte haben mich sofort fasziniert und seit dem hat mich das Material Sand nicht mehr losgelassen. Das ist nun 10 Jahre her.STOL: Benötigt man dafür einen besonderen Sand?Titova: Ja. Es ist sehr wichtig, dass der Sand natürlichen Ursprungs ist. Ich verwende eine Mischung aus Flussbettsand und vulkanischem Sand, der durch ein feines Tuch gesiebt wird.STOL: Ist der Sand von Klima zu Klima anders zu bearbeiten?Titova: Feuchtigkeit und Wind sind die natürlichen Feinde einer Sandmalerin ;-)STOL: Wie lange dauert es von der Idee einer Malerei zur Verwirklichung und wie lange üben Sie dafür?Titova: An unserer aktuellen Show „In 80 Bildern um die Welt“ haben wir über ein halbes Jahr gearbeitet. Das Zusammenspiel von Sandbildern, Text und Musik braucht viel Liebe zum Detail, um ein perfektes Ganzes zu ergeben. STOL: Können Sie von ihrer Kunst davon leben?Titova: Ja, ich bin hauptberuflich Sandmalerin. Neben den unseren „Abendshows“ machen wir auch sehr viele Firmengalas, für die wir ganz individuell gestaltete Sandmalerei-Geschichte ganz auf die Wünsche des Kunden abgestimmt konzipieren.STOL: Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit Hollywood-Star Jack Nicholson, der eine ihrer Shows als Synchronsprecher begleitete?Titova: Das war eine wunderbare Erfahrung. Meine Regisseurin Katrin Edtmeier fühlte sich wie inmitten eines Hollywoodfilms mit Robert de Niro oder eben Jack Nicholson. STOL: Probten Sie miteinander und wenn ja, wie oft probten Sie zusammen?Titova: Wir haben zuvor die gesamten Sandmalerei Bilder aufgezeichnet und so konnte Herr Kerzel direkt zum vorliegenden Video den Text aufnehmen. Wir waren von der Professionalität beeindruckt - fast alles Sätze saßen beim ersten „Take“. STOL: Wie haben Sie die Zeilen des Romas „In 80 Tagen um die Welt“ in Szenenbilder für Ihre Show aufgeteilt?Titova:Wir mussten das Buch natürlich stark kürzen, jedoch darauf achten, dass der rote Faden der Geschichte erhalten bleibt. Ich denke, dass ist uns sehr gut gelungen. Wir reisen gemeinsam mit dem englischen Gentleman Mister Fogg und seinem treuen Diener Passepartout frei nach Jules Verne von London aus einmal um die ganze Welt. Wir fliegen mit dem Heißluft-Ballon über Deutschland nach Italien (besuchen Venedig und den schiefen Turm von Pisa), steigen in Brindisi aufs Schiff, um über den Suez Kanal nach Ägypten zu reisen. Von dort aus geht die Reise weiter nach Indien, wo Mr Fogg gemeinsam mit seinem Begleiter Passepartout - auf einem Elefanten reisend - die Prinzessin Aouda rettet und auf seiner Reise mitnimmt. Es folgt China, wo unsere Protagonisten Zeugen eines traditionellen Lichterfestes werden. In Japan werden unsere Gefährten nach einer abenteuerlichen und gefährlichen Schiffsreise mit der wunderschönen Landschaft in der Zeit der Kirschblüte belohnt. Aber keine Zeit zum Ausruhen - weiter geht es mit dem großen Dampfer nach Amerika nach San Francisco. Von dort aus geht es mit dem Zug bis nach New York - unsere Abenteurer kommen dort trotz eines Überfalls in der Prärie von Sioux Indianern heil an. Von New York aus geht es mit dem Zeppelin zurück nach London, wo die jubelnde Menge Mr Fogg, Passepartout und Prinzessin Auoda willkommen heißt. Doch hat Mr Fogg die Wette gewonnen, in 80 Tagen die Welt zu umrunden oder war er doch der gesuchte Bankräuber? Das bleibt bis zum Schluss spannend und wird an dieser Stelle nicht verraten ;-)STOL: Waren Sie schon einmal in Südtirol?Titova: Nein, noch nie. Aber ich freue mich schon sehr darauf!Termin18.Februar 2019 Waltherhaus BozenBeginn: 20.30 UhrAuch „Südtirol Heute“ hat darüber berichtet. stol