Dienstag, 05. Dezember 2017

Die Option im Fokus: Meranerin gewinnt Eduard-Wallnöfer-Preis

Ab 1939 waren die Südtiroler gezwungen, eine unmögliche Wahl zu treffen: Auswandern oder bleiben und sich der Italienisierung unterwerfen? Alexia Lochmann will erforschen, wer sich für und wer sich gegen die Option entschieden hat – und hat dafür den mit 5000 Euro dotierten Eduard-Wallnöfer-Preis gewonnen.

Alexia Lochmann hat den mit 5000 Euro dotierten Eduard-Wallnöfer-Preis erhalten. - Foto: Rainer Wallnöfer
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Alexia Lochmann hat den mit 5000 Euro dotierten Eduard-Wallnöfer-Preis erhalten. - Foto: Rainer Wallnöfer

„Off to home: Die wirtschaftlichen und institutionellen Folgen der Option in Südtirol“ nennt sich das Projekt, mit dem die 28-jährige Doktorandin aus Meran den Preis der Eduard-Wallnöfer-Stiftung der Tiroler Industrie gewonnen hat. Der Preis wird für Forschungs- und Studienprojekte junger Tiroler und Südtiroler vergeben, die im Interesse des Landes Tirol (aller drei Landesteile) liegen.

„Ich habe mir nicht erwartet, zu gewinnen“, freut sich die in Paris studierende Meranerin. Sie möchte erforschen, wer sich vor so vielen Jahren für und wer sich gegen die Option entschieden hat – und wie sich Gemeinden mit vorwiegend Optanten im Gegensatz zu Gemeinden mit vorwiegend Dableibern entwickelt haben. Auch die Rückoption ab 1948 wird dabei berücksichtigt.

„Derzeit sind wir dabei, die relevanten Dokumente des Staatsarchivs Bozen zu digitalisieren und zu katalogisieren. Anschließend werden die Daten ausgewertet. Ein erstes Ergebnis soll im Herbst 2018 vorliegen“, so Alexia Lochmann.

Das Projekt liegt der Meranerin, die an der Pariser Universität Sorbonne ein Doktorat über Migration und Entwicklung absolviert, sehr am Herzen: „Die Option war für Südtirol ein Moment großer Spannung. Alldem zum Trotz haben wir uns zu einem Vorbild für Regionen in aller Welt entwickelt, sind wirtschaftlich stark und leben in einem harmonischen Umfeld, in dem man seine Identität nicht aufgeben muss. Das Projekt soll beleuchten, wie Südtirol dieser Weg gelungen ist.“

stol/liz

stol