Mittwoch, 28. November 2018

Dreist: Diebe nehmen Renoir-Bild aus dem Rahmen und gehen

Ein dreister Kunstdiebstahl ist am Montagabend im Wiener Dorotheum über die Bühne gegangen. Aus den Räumlichkeiten des Auktionshauses in der Dorotheergasse in der Wiener Innenstadt wurde ein wertvolles Renoir-Gemälde entwendet. Die Fahndung nach drei Tatverdächtigen läuft, wie der Sprecher der Wiener Landespolizeidirektion, Patrick Maierhofer, Mittwochmittag der APA mitteilt.

Als die Polizei im Dorotheum eintraf, waren die Unbekannten samt Beute verschwunden. - Foto: APA
Als die Polizei im Dorotheum eintraf, waren die Unbekannten samt Beute verschwunden. - Foto: APA

Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatten um 17.15 Uhr drei Unbekannte das Dorotheum betreten. Sie dürften sich gezielt zu dem im zweiten Stock ausgestellten Landschaftsgemälde von Pierre August Renoir begeben haben, das bei einer für Mittwochabend angesetzten Auktion für Klassische Moderne unter den Hammer hätte kommen sollen.

Unklar, ob Alarm ausgelöst wurde

Nach Informationen der APA nahmen die Täter das Kunstwerk einfach aus dem Rahmen, wobei sie einen stillen Alarm auslösten. Letzteres wurde seitens der Polizei nicht bestätigt bzw. zurückgewiesen. Als die Polizei von dem Coup erfuhr und am Ort des Geschehens eintraf, waren die Unbekannten samt ihrer Beute verschwunden.

„Es dürfte sich um Profis handeln“, meinte Polizeisprecher Maierhofer. Die Tatverdächtigen wurden von Überwachungskameras aufgenommen. Auf den Bildern sind drei sportlich wirkende Männer zu sehen, zwei davon haben größere Einkaufstaschen bei sich. Ob darin das Renoir-Gemälde verstaut und aus dem Dorotheum gebracht wurde, ist unklar. Gesichert ist laut Polizei, dass die Verdächtigen das Gebäude über verschiedene Ausgänge verlassen haben.

Wert zwischen 120.000 und 160.000 Euro

Zum Tatzeitpunkt hatten sich mehrere unbeteiligte Personen im Gebäude befunden, wie auf den Fotos zu sehen ist. Ob sie fahndungsrelevante Beobachtungen gemacht haben, muss im Zug der Ermittlungen geklärt werden. Der Schätzwert des verschwundenen, 1895 entstandenen und 27 x 40 Zentimeter großen Landschaftsgemäldes liegt zwischen 120.000 und 160.000 Euro.

Das Dorotheum kommentierte den Vorfall gegenüber der APA am Mittwoch knapp: Es gebe „umfassende Sicherheitsvorkehrungen” und die Kunstwerke seinen überdies versichert. In den vergangenen Jahrzehnten habe es zudem „keine Gemäldediebstähle im Haus” gegeben - „und das bei rund 250.000 Auktionsobjekten im Jahr”, so das Auktionshaus.

apa

stol