Montag, 19. März 2018

Ein Leben für den Chorgesang: Siegfried Tappeiner ist tot

Traurige Nachricht am Montag: Siegfried Tappeiner, langjähriger Obmann des Südtiroler Sängerbunds, ist am Morgen im Kreise seiner Familie gestorben.

Der Pionier des Südtiroler Chorwesens Siegfried Tappeiner ist tot. - Foto: Privat
Badge Local
Der Pionier des Südtiroler Chorwesens Siegfried Tappeiner ist tot. - Foto: Privat

„Die Moderne in der Leistung und die Heimat im Herzen“ war sein Motto: Unter der Obmannschaft von Siegfried Tappeiner entwickelte sich der damalige Südtiroler Sängerbund vom kleinen Verein zu einem Kulturverband, der zwischen Tradition und Weltoffenheit vermittelte und so den Chorgesang und damit die gesamte Volkskultur in Südtirol wegweisend prägte.

Tappeiner, geboren 1933 in Kastelbell, wirkte von 1953 bis 1994 als Grundschullehrer, Mittelschullehrer und Mittelschuldirektor unter anderem in Montan, Salurn und Tramin und war für den Bereich der Lehrerfortbildung im Bereich der Integration von Behinderten und der Gesundheitserziehung tätig.

Von 1999 bis 2004 war er Präsident des Institutes für Musikerziehung in deutscher und ladinischer Sprache. Neben seiner Tätigkeit als Pädagoge widmete sich Siegfried Tappeiner ganz der Förderung des Chorgesangs. Von 1975 bis 2001 war er Obmann des Südtiroler Sängerbunds, war Gründungsmitglied der AGACH, der Arbeitsgemeinschaft alpenländischer Chorverbände und von 1979 bis 2011 ihr Präsident, von 1996 bis 2006 Vizepräsident der AGEC (Arbeitsgemeinschaft Europäischer Chorverbände), von 1999 bis 2004 Präsident des Institutes für Musikerziehung in deutscher und ladinischer Sprache.

Als Obmann des Südtiroler Sängerbunds veranstaltete er das erste Bundessingen, das zu einer wichtigen Tradition im Chorverband wurde. Er initiierte gemeinsam mit seinem Vorstand erfolgreiche Veranstaltungen wie „Unser Lied“ und „Jugend singt“, vor allem aber lag ihm die Fortbildung der Sänger und Sängerinnen am Herzen.

So führte er viele der beliebten Schulungen des Südtiroler Chorverbandes ein, die noch heute den Schwerpunkt in der Verbandsarbeit bilden. Siegfried Tappeiner blickte im Alter voll Dankbarkeit auf sein Lebenswerk zurück. Von seinem Zuhause in Montan aus nahm er Anteil am Chorleben im Lande, das er wie kaum einer mitgeprägt und gestaltet hat.

„Auch wenn die Mehrfachbelastung oft an meine physischen Grenzen ging, so habe ich doch unendlich viel durch meinen Einsatz für das Chorwesen mitgenommen“, sagte Tappeiner anlässlich seines 80. Geburtstages vor fünf Jahren.

Nun ist er am Montagmorgen im Kreise seiner Familie gestorben.

Der Obmann des Südtiroler Chorverbands Erich Deltedesco würdigte das Lebenswerk dieses Pioniers des Chorwesens und der kulturellen länderübergreifenden Zusammenarbeit: „Siegfried Tappeiner hat Bleibendes für den Chorgesang und die Kultur insgesamt in diesem Land geschaffen. Der Südtiroler Chorverband wird ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren und sich voller Dankbarkeit an sein Wirken erinnern.“

stol

stol