Montag, 11. November 2019

Ein Musikantenherz hat aufgehört zu schlagen: Große Trauer um Lanzinger

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Wochenende die Nachricht vom Tod des bekannten Sextner Musikers, Manager und Unternehmers Peter Lanzinger. Der 1943 in Sexten geborene Sohn des Rauter-Schusters besuchte eine Friseurlehre und eröffnete kurz darauf seinen eigenen Friseursalon. Doch schon in der Zeit als „Figaro“, so der landläufige Spitzname, schlug sein Herz für die Oberkrainermusik.

Peter Lanzinger (links) mit seinem Freund „Hias“ aus der ORF-Sendung Musikantenstadl.
Badge Local
Peter Lanzinger (links) mit seinem Freund „Hias“ aus der ORF-Sendung Musikantenstadl. - Foto: © privat

Der Hinweis an der verschlossenen Friseurstür „Komme gleich – bin in Slowenien“ unterstrich nicht nur die Leidenschaft Lanzingers für das Musizieren sondern machte den lebensfrohen Sextner später als Musikveranstalter und Manager von Musikgruppen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Zur Musikredaktion des ORF hatte Lanzinger einen heißen Draht. Bei den Sendungen des „Musikantenstadl“ war Lanzinger jahrelang ein kompetenter Berater. Er war bei fast allen Ausgaben von Moderator Karl Moik live dabei und erlangte dadurch große Bekanntheit. Zu seinen dortigen Freunden zählte nicht nur Spaßmacher „Hias“, sondern auch zahlreiche Musikgruppen, unter anderem die Mooskirchner, das Goldried Quintett, die Alpenoberkrainer oder Bartl Gensbichler mit seiner Skilehrermusi. Er war auch in der Sendung seines Freundes Arnulf Brasch „Wenn die Musi spielt“ eine wichtige Bezugsperson und gern gesehener Gast.

Lanzinger, der selber in verschiedenen Musikgruppen mitspielte und 1963 die Oberpusterer Buam“ gründete, brachte 1979 erstmals die Kultband von „Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer“ zu einem Galakonzert nach Südtirol (Sexten). Durch die Freundschaft zu Harmonika-Weltstar Franz Mihelic wurde er zu dessen Manager. In den 1990er Jahren importierte er Musikinstrumente aus Slowenien und erlangte den Spitznamen „Zupan Peato“. Im Jahr 2000 gründete er schließlich das Unternehmen „Lanzinger Harmonikas“, das die Produktion und den Vertrieb der weitum bekannten Ziehorgeln zur Folge hatte. Durch sein Engagement als Musikveranstalter unterstütze er zudem verschiedenste Organisationen – unter anderem war er ein großer Gönner des Sextner Bergrettungsdienstes.


Am Donnerstag letzter Woche hörte das große Musikerherz nach kurzer Krankheit für immer auf zu schlagen. Um den Verstorbenen trauern neben seiner Frau Berta und den vier Kindern mit Familien, die Angehörigen und viele Freunde aus der volkstümlichen Musikwelt.
Lanzinger wird am Dienstag, 12. November um 13.30 Uhr vom Trauerhaus am Sonnwendweg 20 aus zum Begräbnisgottesdienst in die Pfarrkirche von Sexten begleitet, wo er anschließend am Ortsfriedhof beigesetzt wird.

christian tschurtschenthaler