Donnerstag, 08. März 2018

Einblicke, Seitenblicke und berührende Momente

Am 17. März ist es soweit: Das Theaterstück „Voll im Leben… neu verspielt“ der Kunstwerkstatt Akzent der Lebenshilfe ist im Don Bosco in Brixen um 20 Uhr zu sehen. Das Stück erzählt von den Menschen selbst, visualisiert deren Emotionen, Gedanken, Wünsche und Träume.

Einse Szene aus dem Theaterstück „Voll im Leben… neu verspielt“ der Kunstwerkstatt Akzent der Lebenshilfe. - Foto: Paul Silberberg
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Einse Szene aus dem Theaterstück „Voll im Leben… neu verspielt“ der Kunstwerkstatt Akzent der Lebenshilfe. - Foto: Paul Silberberg

In dieser authentischen Eigenproduktion erzählen die Schauspieler_innen mit Beeinträchtigung von den – allen Menschen gemeinsamen – Lebensthemen. Was, wenn das „durchs Leben gehen“ unterschiedlichste Begegnungen ermöglicht, die in uns sowohl den Neid oder Streit als auch die Liebe entfachen können? Was, wenn das Spiel der Neugierde und Imagination das Requisit Hut verfremdet? Wenn uns der Engel der Freundschaft begegnet, uns das tanzende Glück in seiner magischen Versunkenheit verzaubert oder uns die Schönheit deren Relativität vor Augen führt?

Sinn oder Unsinn?

Die Interpretation des Mensch Seins als Schöpfung seine Einheit von Körper, denkendem Bewusstsein und der fließenden Seele veranschaulicht? Vergessen dürfen wir auch nicht den Humor – das Lebenselixier – sowie die Achtsamkeit, die unseren Blick auf die kleinen Wesentlichkeiten lenkt und fragt: Ist dies Unsinn oder Sinn? Es ist dies ein Theater, das Besonderheiten aufdeckt und dann doch wieder erkennen lässt, dass wir trotz Unterschiede Ähnliches in uns tragen.

Die Theater- und Tanztheatergruppe der Kunstwerkstatt Akzent aus Bruneck hat sich feinfühlig, authentisch und ausdrucksstark in die Herzen der Zuschauer gespielt und auch international hat das Theaterstück große Anerkennung bekommen. Prämiert mit dem ersten Platz bei den Theatertagen am See 2017 in Friedrichshafen, äußerte sich die Jury: „Gekonnt arbeitet die Inszenierung mit Momenten der Stille und der Langsamkeit – durchaus keine leichte Aufgabe, die aber mit Bravour erledigt wird. Beeindruckend waren hier neben vielen berührenden Momenten voller Poesie die schauspielerischen Glanzlichter.

Nicht spielen, sondern einfach machen

Ein großes und wichtiges Geheimnis der Schauspielkunst liegt darin, nicht zu spielen, sondern einfach zu machen. Das gelingt dem Südtiroler Ensemble scheinbar mühelos: die Komik ist nie aufgesetzt oder künstlich hergestellt, sie entwickelt sich immer authentisch aus der Situation und dem inneren Vorgang. Der simple Akt des vorsichtigen Anhebens eines am Boden liegenden Zylinders, unter dem ja eventuell etwas Gefährliches lauern könnte, ist kein äußerliches Spiel, sondern nichts anderes als die anstehende Aufgabe.

In unendlicher Langsamkeit nähern sich die Finger der Darstellerin der Hutkrempe, so fokussiert, dass die Szene keine Sekunde die Spannung verliert. In einer weiteren Szene wird eine Unglückliche getröstet, behutsam, zärtlich, geduldig. Anfangs immer wieder abgewiesen kann der Trost erst nach gewisser Zeit angenommen werden, bis die Auflösung durch eine innige Umarmung erfolgt. Eine stumme Szene, die Gefühle besser zeigt, als es jedes gesprochene Wort könnte. Universaler, einfacher, klarer und eindeutiger kann Theater nicht sein.”

Termin und Karten

Wann: 17. März 2018 um 20 Uhr im Don Bosco in Brixen.

Platzreservierungen und Kartenvorverkauf können unter den Telefonnummern 335/6400905 und 345/ 9982902 vorgenommen werden oder unter [email protected].

stol

stol