Montag, 21. Dezember 2020

Eine stillere Nacht

Die liturgischen Feierlichkeiten in diesem Jahr werden in vielen Pfarreien wohl deutlich ruhiger ausfallen als sonst - zumindest musikalisch. Ein „musikalischer Notbetrieb“ ermöglicht, dass das Fest nicht ganz ohne Gesang und Weihnachtslieder bleibt.

Heuer wird es aus Südtirols Kirchen zu Weihnachten anders klingen als gewohnt – aber nicht weniger innig und feierlich.
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Heuer wird es aus Südtirols Kirchen zu Weihnachten anders klingen als gewohnt – aber nicht weniger innig und feierlich. - Foto: © Verband der Kirchenmusik Südtirol
Dieses Weihnachtsfest wird wohl vielen in Erinnerung bleiben. „Normalerweise bildet das Gestalten der Liturgie an Weihnachten einen musikalischen Höhepunkt, doch dieses Jahr müssen die Kirchenchöre ihre Tätigkeit ruhen lassen“, schreibt der Verband für Kirchenmusik in einer Aussendung. Anstelle von großen Chor- und Orchesterbesetzungen übernehmen dieses Jahr maximal 5 Sänger, unter Einhaltung der gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen, die Gestaltung.

Musikalische Gestaltung der Mette im letzten Moment planen

„Bis vor Kurzem war es gesetzlich nicht möglich, sich für die erlaubte Gestaltung der liturgischen Feiern in Klein- und Kantorengruppen, für eine Probe zu treffen. Dass das Singen in kleinen Ensembles kein Selbstläufer ist, konnten viele Sängeinnen und Sänger in der vergangenen Zeit erfahren. Umso respektabler ist es, dass viele feierliche Gestaltungen der Liturgie realisiert wurden“, schreibt der Verband weiter.

Blickt man über die Grenzen, so gilt z.B. in einigen Ländern ein teilweises Singverbot und in der Schweiz, Österreich und Deutschland sogar ein gänzliches für die Gemeinde im Gottesdienst. In Italien gilt diese Einschränkung nicht. Während der Gottesdienste wird durch das Tragen der Mund- & Nasenschutzmaske der Gemeindegesang ermöglicht.

Das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ sei für viele das Weihnachtslied schlechthin und wecke große Emotionen. Es könne in diesem Jahr trotz Corona als Gesang der Gottesdienstgemeinde erklingen und vielleicht klinge es ohne Kirchenchor anders als gewohnt. Anders heiße jedoch nicht, dass sich die Botschaft der Geburt Christi ändere, heißt es in der Zuschrift weiter.

„Gefordert sind über die Feiertage vor allem all jene, die in sprichwörtlich letzter Minute für die Gestaltung der liturgischen Feiern sorgen. Ständig wechselnde Bestimmungen, Eildekrete, galoppierende Messzeiten: Ohne die engagierten Akteure im Hintergrund wie z.B. Organisten, Kantoren und die kleinen Sängergruppen wäre das diesjährige Weihnachtsfest wohl ganz still“, schreiben Dominik Bernhard, der Kirchenmusikreferent der Diözese Bozen-Brixen, und der Verbandsvorsitzende Heinrich Walder.

stol