<b>von Micaela Taroni aus Rom</b><BR /><BR />In der italienischen Hauptstadt hat die in Wien lebende Stocker das ortsspezifische Werk „Prospettiva comune“ in der renovierten U-Bahn-Station Vittorio Emanuele vorgestellt. Mehr als 8000 Meter schwarzes Klebeband auf weißem Grund bedecken die Wände, die Decke, die Säulen und die Zugänge zu den U-Bahnen nach einem dichten System orthogonaler Linien. Eine Reihe geometrischer Elemente, die an der Decke verankert und auf dem Boden entlang der Gänge dieser großstädtischen Kathedrale angeordnet sind, werden zum Blickfang für die Menschen in der U-Bahn.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1061553_image" /></div> <BR /><BR />Das Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Museum für zeitgenössische Kunst (<b>MAXXI</b>) und der römischen Nahverkehrsgesellschaft <b>ATAC</b> anlässlich der Wiedereröffnung der U-Bahn-Station im Zentrum der Ewigen Stadt, die kürzlich in Hinblick auf das katholische Jubiläumsjahr 2025 renoviert wurde. Ziel der Initiative ist es, Kunst in einer Umgebung außerhalb des Museums zu schaffen und zwar an einem Ort, der täglich von Tausenden von Menschen frequentiert wird.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1061556_image" /></div> <BR /><BR />„Rom hat mit seiner Geschichte so viel zu bieten, doch es ist schön, dass die Stadt auch in die Zukunft blickt und sich zeitgenössischer Kunst öffnet“, sagt <b>Esther Stocker</b>. „Wir sind sehr glücklich über diese Zusammenarbeit mit Esther Stocker, die es uns ermöglicht, die Kunst des 21. Jahrhunderts in das Herz der Stadt zu bringen, in Kontakt mit Tausenden von Menschen“, kommentierte <b>Alessandro Giuli</b>, Präsident des MAXXI-Museums. <BR /><BR />Installationen Stockers sind derzeit im Rahmen der großen Ausstellung „Ambienti 1956 – 2010 – Environments by women artists II“ bis zum 20. Oktober im MAXXI zu besichtigen. Kuratiert wurde die Ausstellung von Andrea Lissoni, Marina Pugliese und Francesco Stocchi. An der Grenze zwischen Kunst, Architektur und Design werden dreidimensionale und immersive Werke von Künstlerinnen gezeigt, die durch Interaktion mit dem Publikum aktiviert und durch die menschliche Präsenz erst vervollständigt werden.<BR /><BR />„'Ambienti' ist eine Ausstellung, die uns besonders am Herzen liegt, weil sie ein Manifest dafür ist, wie wir uns das MAXXI der Zukunft vorstellen. Das Museum soll immer offener und interaktiver werden. Mit über 50.000 Besuchern in den ersten 2 Monaten nach ihrer Eröffnung ist diese Schau die meistbesuchte MAXXI-Ausstellung aller Zeiten“, sagt Museumspräsident Giuli.<BR /><BR />In den vergangenen Jahren hat sich Esther Stocker mit Arbeiten auf Leinwand, mit Kunst am Bau und diversen Rauminstallationen in Schwarz-Weiß beschäftigt. Mit wenigen Zeichen will sie komplexe Zusammenhänge ausdrücken. Ganze Räume werden zu schwarz-weißen, grau schattierten Systemen. Bei diesen Arbeitenhat man das Gefühl, selbst Teil des Kunstwerks zu werden.<BR /><BR />In Südtirol hat Esther Stocker durch ihre Arbeiten regelrechte Wahrzeichen gesetzt: so etwa mit dem schwarz-weißen Turm am Industriegelände der Firma Barth in Brixen, der zerknautschten Riesenkugel im Kreisverkehr in der Industriezone in Bozen oder einer Außenwand der Finka in Mals.<h3> Zur Person</h3>Die 1974 in Schlanders geborene Künstlerin ist in Laatsch aufgewachsen. Sie studierte zwischen 1994 und 1999 Malerei und freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand und am Art Center College of Design in Pasadena, Kalifornien. Seit Ende der 1990er Jahre hat sie zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Österreich und international bestritten und hat viele Preise gewonnen – so etwa 2004 den renommierten österreichischen Otto-Mauer-Preis. Sie lebt in Wien.