Die beiden Organisten brachten die Orgel mit beeindruckenden Klängen zum Leben: der 28 jährige Vinzenz Doering, Kirchenmusikreferent für den Tiroler Landesteil der Erzdiözese Salzburg, begabter Komponist und begnadeter Improvisator sowie die Gewinnerin von internationalen Orgelwettbewerben Ai Yoshida, die aus Japan stammt, nach ihrer Ausbildung in Lübeck ihre neue Heimat im Fleimstal gefunden hat und zudem Hauptorganistin der Pfarrkirche St. Nikolaus in Neumarkt ist.<BR /><BR /><BR />Ein Gedächtniskonzert der besonderen Art, nicht nur um ein außergewöhnliches musikalisches Zeichen gegen Krieg und für den allseits notwendigen Frieden in der Welt zu setzen, sondern auch um einer besonderen, friedensstiftenden Persönlichkeit aus der Euregio zu gedenken: Wurde beim letztjährigen Konzert an Altbischof Wilhelm Egger gedacht, der mit seinem Wahlspruch „Syn - Miteinander“ die Sprachgruppen aufforderte, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen, und dessen Großvater aus dem Brandtal stammte, so stand heuer die Friedensbotschaft des Brandtalers Missionärs Rosano Stoffella im Mittelpunkt, zu dessen Erinnerung die Stadtregierung der 12-Millionen-Metropole Sao Paulo in Brasilien eine Straße nach ihm benannt hat.<BR /><BR /><BR />Das Orgelkonzert bot den Zuhörerinnen und Zuhörern im voll besetzten Kirchenschiff ein tiefgreifendes musikalisches Erlebnis. Es erklangen eindrucksvolle Werke der Barockzeit berühmter Organisten wie Johann Sebastian Bach und Georg Muffat sowie Meisterstücke von namhaften italienischen und französischen Organisten. Ein besonderer Höhepunkt des Abends waren die drei freien Improvisationen zum Thema „Verleih uns Frieden“ von Vinzenz Doering. Dabei stellte er das enorme Klangpotential der Orgel ohrenfällig unter Beweis. Die Improvisation gilt bekanntlich als Königsdisziplin des Orgelspiels, denn diese augenblicksbezogene Kunst verlangt Inspiration, Kreativität, Formbewusstsein und stilistische Flexibilität. <BR /><BR /><BR />Zum Abschluss spielten die zwei Virtuosen vierhändig die Europahymne, die „Ode an die Freude“ aus dem letzten Satz der neunten Sinfonie Ludwig van Beethovens, als Ausdruck der Werte Frieden, Freiheit, und Solidarität. Die Atmosphäre in der Erzpfarrkirche war einmalig. Alles in allem: ein denkwürdiges Orgelkonzert.