Dienstag, 01. September 2020

Falscher Rembrandt in Oxford könnte doch Original sein

Ein als Rembrandt-Kopie deklariertes und über Jahrzehnte im Lager eines britischen Museums aufbewahrtes Gemälde kommt nach Einschätzung eines Kunstexperten doch aus dem Atelier des berühmten niederländischen Malers. Das Bild „Kopf eines bärtigen Mannes“ sei auf eine Holztafel gemalt, die von dem demselben Baum wie ein weiteres Rembrandt-Werk stammt, berichtete das Ashmolean Museum in Oxford.

Ist er echt oder nur eine Fälschung? Experten sind uneins.
Ist er echt oder nur eine Fälschung? Experten sind uneins. - Foto: © APA (AFP) / -
Das Gemälde wurde 1951 dem Museum vermacht und war ursprünglich als eines der frühen Werke Rembrandts aus dem 17. Jahrhundert ausgemacht worden. Experten erklärten 1982 jedoch, dass es eine Kopie sei. Das Bild wurde daraufhin ins Lager des Ashmolean verbannt - bis es nun von dem Wissenschafter Peter Klein erneut in Augenschein genommen wurde.

Klein bestimmte das Alter des für das Gemälde verwendeten Holzes und fand heraus, dass es von einer „zwischen 1618 und 1628 gefällten Eiche aus dem Baltikum stammt“. Genau diese wurde auch für Rembrandts „Andromeda, an einen Felsen gekettet“ sowie für Jan Lievens' „Porträt der Mutter Rembrandts“ verwendet, die beide um 1630 in Leiden in den Niederlanden gemalt wurden. Mit Lievens führte Rembrandt zusammen eine Werkstatt.

Der „Kopf eines bärtigen Mannes“ muss nach Angaben Kleins zwischen 1620 und 1630 gemalt worden sein. Museumskurator An Van Camp nannte die Entdeckung „unglaublich aufregend“. Das Werk werde nun zusammen mit anderen Bildern aus der gleichen Zeit ausgestellt. Ob es sich wirklich um ein Werk des großen Meisters selbst handelt oder um eines seiner Schüler soll in weiteren Untersuchungen festgestellt werden.

apa