Donnerstag, 08. April 2021

Filmclub: „In memoriam Valentina Pedicini“

Filmclub, Filmschule ZeLIG und BFFB haben versucht, aus der Not eine Tugend zu machen und die fehlende Leinwand durch online-Kinokultur zu ersetzen. Der Versuch erwies sich als erfolgreich. Die MacherInnen von „non molliamo – weiter geht's“ danken für das rege Interesse und weisen auf die spannende Fortsetzung hin. Diese ist ganz dem Werk der viel zu früh gestorbenen Valentina Pedicini (1978 - 2020) gewidmet. Start: heute.

Valentina Pedicini: Ihr Werk steht in den nächsten Tagen bei „non molliamo – weiter geht's“ im Mittelpunkt.
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Valentina Pedicini: Ihr Werk steht in den nächsten Tagen bei „non molliamo – weiter geht's“ im Mittelpunkt. - Foto: © ZeLIG
Valentina Pedicini war eine Regisseurin, die vor allem Dokumentarfilme drehte, durch eine eigene Bildsprache bestach, sich Themen widmete, die nicht Mainstream sind, und trotzdem große Anerkennung bekam.
Ihr letzter Film „Faith“ steht dieses Jahr gemeinsam mit Werken wie Gianfranco Rosis „Notturno“, in der engeren Auswahl für den „David di Donatello“ im Bereich Dokumentarfilme. Nun gibt es eine Gratis Online-Retrospektive vom 8. bis zum 12. April

Der Filmclub, ZeLIG und BFFB bieten, erstmals in Italien, einen Einblick in das Gesamtwerk von Valentina Pedicini.

Ergänzend dazu gibt es Videogespräche mit Menschen, die Valentina und ihr Werk sehr gut kannten, mit ihr studiert oder zusammengearbeitet haben. (Hier geht es zur Filmclub-Homepage)


Valentina Pedicini drehte ihren ersten Film 2008 in Südtirol an der ZeLIG. „Pater Noster“ nannte sie den Übungsfilm über eine Kung-Fu-Schülerin und ihren Meister. Pedicinis letzter Film „Faith“ (2019) greift das Thema und die ProtagonistInnen wieder auf.

Hier ihre Filmografie

2008 Pater Noster
2009 Mio Sovversivo Amore
2010 My Marlboro City
2013 Dal Profondo
2016 Era Ieri
2017 Dove Cadono Le Ombre
2019 Faith




Programm

In der Reihe „non molliamo – weiter geht's“, 8. - 12. April: In memoriam Valentina Pedicini (1978-2020) gibt es folgendes Programm. Alles online unter www.filmclub.it.


MY MARLBORO CITY, 50 Min., IT 2010 Produktion ZeLIG
R: Valentina Pedicini, K: Stefania Bona, E: Kathrin Dietzel
Brindisi galt jahrelang als Zentrale des Zigarettenschmuggels. Pedicini kehrt nach zu Hause zurück, um herauszufinden, was seitdem geschehen ist. Sie erzählt die Geschichte dieser Stadt über die Geschichten von vier Personen aus vier Generationen: Nanda, Rino, Salvatore, Andrea.

DAL PROFONDO, 72 Min., IT 2013,
R: Valentina Pedicini, K: Jakob Stark, Musik: Federico Campana, Ton: Martin Fliri.
Producer: Alessandro Borrelli, Produktion: La Sarraz Pictures, Associate producer: Da Palmer Film von Daniel Mahlknecht. (Mit Unterstützung von IDM Südtirol/Alto Adige)
Pedicini begleitet die einzige Bergarbeiterin Italiens, Patrizia Saia, bei ihrer Arbeit 500 Meter unter der Erde. Das Team verbrachte 26 Tage mit Saia und 150 Bergleuten vorwiegend unter der Erde.

ERA IERI, 15 min., IT 2016, Fiction Film
R: Valentina Pedicini, K: Jakob Stark, Ton: Martin Fliri
Produzent: Alfredo Covelli, Produktion: 2016 Meproducodasolo

Giò ist 13 Jahre alt und lebt in Süditalien. Sie ist Chefin einer Jugendbande und heimlich verliebt in Paola. Um deren Herz zu erobern ist sie bereit, es mit den männlichen Rivalen aufzunehmen. Dann am letzten Sommertag findet die Unschuld ein Ende.

DOVE CADONO LE OMBRE, 103 Min., IT 2017 Produktion Fandango, Fiction Film
R: Valentina Pedicini, K: Vladan Radovic, Drehbuch: Francesca Manieri und Valentina Pedicini
Mit: Elena Cotta, Federica Rosellini, Josafat Vagni, Lucrezia Guidone, Alberto Cracco

Der Spielfilm erzählt von einer realen Begebenheit aus der Schweiz. Dort wurden ab 1926 Jenisch-Kinder in ein Umerziehungsheim gebracht, es gab Misshandlungen, auch Euthanasie. Pedicini nimmt die Texte der Schriftstellerin und Überlebenden Mariella Mehr zum Ausgangspunkt, um eine Geschichte zu erzählen, die zwischen dem Damals und dem Heute angesiedelt ist.

Vorpremiere zum BFFB (8. - 12. April)
MIO SOVVERSIVO AMORE, 23 Min., IT 2009, Produktion ZeLIG
R: Valentina Pedicini, K: Stefania Bona, E: Kathrin Dietzel

Julius Kaiser ist ein Drag King. Eine Frau, die sich als Mann verkleidet, bei der Arbeit, aus Spaß, aus Prinzip. Kyrahm ist seine Begleiterin auf der Bühne und im Alltag. Diese zwei Frauen wurden begleitet, um herauszufinden, dass hinter falschen Bärten, extremen Absätzen und Scheinwerferlicht am Ende immer und einzig die Liebe triumphiert. Die wahre Geschichte von Julia und Miriam.

BFFB (14. - 18. April)
Q&A mit Bastian Esser, Masterclass 16. April 10h

PATER NOSTER, 18 Min., IT 2008, Produktion ZeLIG
R: Valentina Pedicini, K: Bastian Esser, E: Sven Albertini, Kathrin Dietzel
Dokumentarfilm über die besondere Beziehung zwischen der italienischen Kung-Fu-Meisterin und ihrem Meister und Trainer.


FAITH, 90 Min., IT 2019
R: Valentina Pedicini, K: Bastian Esser – M: Federico Campana
2019, Stemal Entertainment, Rai Cinema mit Unterstützung von MiBACT, IDM Film Fund & Commission

Ein Kloster in den italienischen Hügeln, ein Kung-Fu-Lehrer, eine Gemeinschaft christlicher MönchInnen, ein einziger Glaube: Das Böse mit Hilfe des Vaters bekämpfen. Die „Kriegerischen Mönche“, Ex-Kampfsport-Champions bereiten sich seit 20 Jahren auf einen „höheren“ Krieg vor und das mit nächtlichen Gebeten und qualvollen Trainings. Eine poetische und emotionale Reise in eine unbekannte Welt, ein Film, der versucht, den tieferen Gründen für diese radikale Lebensentscheidung nachzuspüren. Was ist man bereit aufzugeben um im Namen des Glaubens zu gewinnen?


Online-Talks

BFFB: Q&A mit Bastian Esser, Masterclass 16. April 10h

Talks immer online unter www.filmclub.it
•Biografilmfestival 2020: Caterina Mazzucato mit Valentina Pedicini
•Female Views: Brigitte Hofer mit den zwei Performance-Künstler:innen Julius Kaiser und Rita Kyrahm Chessa
•Female Views: Alma Vallazza mit Jakob Stark und Stefania Bona (beide Kamera)
•Female Views: Angelika König mit Federico Campana (Filmmusik)
•Female Views: Renate Mumelter mit Heidi Gronauer (ZeLIG)


stol