Sonntag, 14. April 2019

Filmfestival Bozen: „Becoming Me“ räumt ab

Das 33. Filmfestival Bozen ist am Samstagabend mit der Prämierung der Siegerfilme zu Ende gegangen. Der Film der Südtiroler Filmemacherin Martine De Biasi „Becoming Me“ heimste dabei gleich 2 Preise ein.

Marian Oberhofer in einer Szene aus „Becoming Me“. - Foto: Screenshot/Vimeo/„Becoming Me“/Martine di Biasi
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Marian Oberhofer in einer Szene aus „Becoming Me“. - Foto: Screenshot/Vimeo/„Becoming Me“/Martine di Biasi

„Becoming me“ erzählt in beeindruckender Art und Weise über eine Transition und ist eine dokumentarische Langzeitbeobachtung, die ihren Protagonisten Marian aus Girlan, geboren als Marion, einfühlsam und mit psychologischer Tiefe von den ersten Zweifeln bis zum Alltag nach der Geschlechtsangleichung begleitet. Mit Marians Lebensweg hinterfragt die Regisseurin Martine di Biasi, die eine Jugendfreundin von Marian ist, auch das Normalitätskonzept der Südtiroler Gesellschaft. Wird Marian in seinem Dorf als Mann akzeptiert werden, oder auf Grund seiner Entscheidung, sich selbst zu werden, alles verlieren?

Hier geht's zum Trailer.

Gleich 2 Preise für „Becoming me“

Der Film gewann von den 8 zur Auswahl stehenden Dokumentarfilmen den Preis der Stiftung Südtiroler Sparkasse für den besten Dokumentarfilm. Die Jurymitglieder Johann Moser, Gabriele Röthemeyer und Alessandro Scillitani begründeten ihre Entscheidung wie folgt: „Das Festival bot eine hervorragende Auswahl an Dokumentarfilmen und der Möglichkeit der Diskussion. Wir entschieden einstimmig für die Kraft der Geschichte und die filmische Qualität, die über 10 Jahre aufrechterhalten wurde. Eine zugleich persönliche und politische Geschichte ohne Voyeurismus und Vorurteile: Becoming me.“

Und damit nicht genug. Auch der Publikumspreis der Stadt Bozen ging an „Becoming me“. 

Die Südtiroler Regisseurin Martine di Biasi räumt bei den 33. Bozner Filmtagen mit „Becoming me“ gleich 2 Preise ab. - Foto: Facebook

Bester Spielfilm

Der Preis des Landes Südtirol für den besten Spielfilm geht an „Das schönste Paar“ von Sven Taddicken. Der Film erzählt vom schwierigen Weiterleben eines Paares nach einer Vergewaltigung.

Die Jurymitglieder Inge Mauerer-Klesel, Barbara Schweizerhof und Mohammed Soudani begründeten ihre Entscheidung folgendermaßen: „Mit einem wunderbar präzisen Drehbuch und herausragenden Schauspielern erzählt der Film vom schwierigen Weiterleben eines Paares nach einer Vergewaltigung. Mitreißend, sehr einfühlsam und absolut überzeugend.”

Hier der Trailer.

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Preis der Schülerjury

Der Preis der Euregio-Schülerjury, bestehend aus den 9 Schülern Alessandro Callin Tambosi, (Trentino), Frayo Gelmini, Bozen, Nadine Gleirscher, Neustift (Tirol), Florian Steiner, Zirl (Tirol), Thomas Sutti, Innsbruck/Brixen (Tirol), Davide Toldo, Pergine (Trentino), Sara Weithaler, Schnals (Südtirol), Julius Wiemann Raffeiner, Meran, Medea Zingerle, Mühlen in Taufers (Südtirol), mit den beiden Tutoren Arnold Schnötzinger und Werther Ceccon  geht an „Un giorno all‘improvviso“ von Ciro D’Emilio. Auch die Jurymitglieder verliehen dieses Jahr die „besondere Erwähnung“ an eben diesen Spielfilm.

Die Schülerjury begründete ihre Entscheidung folgendermaßen: „Auf eine unglaubliche Art und Weise schafft es der Film, den Zuschauer bereits in den ersten 30 Minuten auf emotionaler Ebene an den Stuhl zu fesseln. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der persönlichen Weiterentwicklung der Hauptpersonen, insbesondere geht der Regisseur auf die facettenreiche Darstellung der Beziehung zwischen Mutter und Sohn ein. Der Zuschauer erlebt die Perspektive von Antonio hautnah, mit all seinen Höhen und Tiefen. Das Kreieren einer solchen Atmosphäre ist einer der Hauptgründe, weshalb wir diesen Film als Siegerfilm ausgewählt haben. Eine überzeugende Szenenstruktur, sowie eine realitätsgetreue Darstellung untermalen diese Atmosphäre auf authentische Art und Weise. Etwaige Symbole wurden gut gewählt und hervorragend in den Film eingebaut. Das Erstlingswerk von Ciro D’Emilio verfügt über eine sehr eindrucksvolle Besetzung. Nach intensiver Auseinandersetzung ist es uns, der Schüler-Jury am Film Festival Bozen, eine Ehre, den Film „Un giorno all’improvviso“ mit unserem Preis auszuzeichnen.“

Spezialpreis „Dolomiten UNESCO Weltnaturerbe“

Der Spezialpreis „Dolomiten UNESCO Weltnaturerbe“ hingegen ging an den Film „Il mangiatore di pietre“ von Nicola Bellucci.

„Golden Walther Award“

Der Preis „Golden Walther Award“ ging an den Film „Der Trafikant“ von Nikolaus Leytner. Schauspieler Bruno Ganz, der kürzlich im Alter von 77 Jahren gestorben ist, ist im „Der Trafikant“ ein letztes Mal zu sehen, und zwar in der Rolle des Psychoanalytikers Sigmund Freud. 

Schnell noch ins Kino!

Bis Mittwoch hat man noch die Gelegenheit sich die Siegerfilme im Filmclub in Bozen anzusehen. 

stol/vs

stol