Montag, 23. September 2019

Franz-Tumler-Literaturpreis 2019 geht an Angela Lehner

Der Franz-Tumler-Literaturpreis für deutschsprachige Debütromane ging heuer das siebte Mal in Laas über die Bühne. Auf die sehr gut besuchten Lesungen und Jurydebatten folgte am Wochenende die Preisverleihung, bei der der österreichischen Autorin Angela Lehner der mit 8000 Euro dotierte Preis zugesprochen wurde. Ihr Debütroman „Vater unser“ (Hanser Berlin) konnte die Jury überzeugen. Auch ein Lese- und Schreibaufenthalt in Laas ist an den Preis geknüpft.

Preisträgerin Angela Lehner (mit Blumen und Urkunde) mit Kurator, Autorinnen, Juroren, Sponsoren und Vertretern der Politik. - Foto: Angelika Maier
Badge Local
Preisträgerin Angela Lehner (mit Blumen und Urkunde) mit Kurator, Autorinnen, Juroren, Sponsoren und Vertretern der Politik. - Foto: Angelika Maier

Die Gemeinde und der Bildungsausschuss Laas sowie der Südtiroler Künstlerbund richteten den Literaturpreis aus, das Preisgeld wurde von der Südtiroler Landesregierung gestiftet.

Für die Innsbrucker Jurorin Gabriele Wild, die die 32-jährige, in Klagenfurt geborene und in Berlin lebende Lehner für den Preis vorgeschlagen hat, sei der preisgekrönte Roman frech, dynamisch und komplex, aber auch unterhaltsam, spannend und von hohem literarischem Niveau. Ein vielstimmiger Roman, dessen Reiz nicht nur die Vielschichtigkeit der Hauptfigur ausmache, sondern auch mit viel Eigenwilligkeit das Genre des Psychiatrieromans breche.

In der Jurybegründung heißt es: „Mit der Figur der Eva Gruber wurde eine unzuverlässige Erzählerin geschaffen, die nicht nur ihre Therapeuten und ihre eigene Familie verunsichert, sondern genauso die Leserin und den Leser. Lustvoll erzählt, führt uns Angela Lehner in ihrem Roman „Vater unser“ mit dieser Figur permanent auf falsche Fährten. Somit verweigert sich der Roman, und auch das ist durchaus reizvoll, einer einfachen Deutung.“

Lola Randl erhält Publikumspreis

Vergeben wurde auch ein Publikumspreis, dieser ging an die 1980 in München geborene Drehbuchautorin und Schriftstellerin Lola Randl. Randl lebt in der brandenburgischen Uckermark und hat mit ihrem Romandebüt „Der Große Garten“ (Matthes & Seitz) die Gunst des Publikums gewonnen. Der Publikumspreis besteht aus einem Schreibaufenthalt auf dem Rimpfhof, ermöglicht vom Verein der Vinschger Bibliotheken.

stol

stol