„Dass je ein Künstler Gerhard Richter an der Spitze des Kunstkompass-Rankings einholen wird, scheint derzeit unvorstellbar“, sagt Journalistin Linde Rohr-Bongard, die das Ranking erstellt. <BR /><BR />Richter, am 9. Februar 1932 in Dresden geboren, zählt zu den bedeutendsten lebenden Künstlern der Gegenwart, dessen Gemälde zu den teuersten gehören. Heute lebt er in Köln.<BR /><BR />Auch die nächsten Ränge im „Kunstkompass“ sind unverändert: Auf Platz zwei bleibt der US-amerikanische Performer und Videokünstler <b>Bruce Nauman</b>, dahinter folgen die beiden Deutschen <b>Georg Baselitz</b> und <b>Rosemarie Trockel</b>.<BR /><BR />Auf Platz fünf steht der in Wuppertal lebende britische Bildhauer <b>Tony Cragg</b>, an sechster Stelle folgt die US-Künstlerin und Fotografin <b>Cindy Sherman</b>. <BR /><BR />Die Ränge 7 bis 10 belegen der auch in Berlin wirkende dänische Installationskünstler <b>Ólafur Elíasson</b>, der deutsche Maler und Bildhauer <b>Anselm Kiefer</b>, der mehrfache Documenta-Teilnehmer <b>William Kentridge</b> aus Südafrika und der minimalistische deutsche Maler <b>Imi Knoebel</b>.<h3> „Stars von morgen“</h3>Die Liste der „Stars von morgen“ – Künstler jenseits der Top 100, die den größten Punktezuwachs hatten – wird angeführt von der 96 Jahre alten Japanerin <b>Yayoi Kusama</b>, der US-Amerikanerin <b>Tschabalala Self</b> und dem in Berlin lebenden schweizerischen Künstler <b>Julian Charrière</b>.<BR /><BR />Beim Extra-Ranking der verstorbenen Künstler steht <b>Joseph Beuys</b> (1921-86) unverändert auf Platz 1, gefolgt von Pop-Art-Star <b>Andy Warhol</b> (1928-87) und dem Kölner Maler <b>Sigmar Polke</b> (1941-2010). Der in diesem Jahr verstorbene „Nagelkünstler“ <b>Günther Uecker</b> steht auf Rang 9. <BR /><BR />Der „Kunstkompass“ wird von Rohr-Bongard erstellt und erscheint im Magazin „Capital“. Bewertet werden u.a. Ausstellungen von mehr als 300 Museen, Rezensionen in Fachmagazinen, Ankäufe führender Museumshäuser und Auszeichnungen. Verkaufspreise und Auktionserlöse werden nicht berücksichtigt.<h3> Auch Kunstmagazin „Monopol“ kürt Richter zum einflussreichsten Künstler 2025</h3>Auch das Kunstmagazin „Monopol“ hat Gerhard Richter (93) zum einflussreichsten Künstler des Jahres gekürt. „Seine Hauptwerke sind im kollektiven Gedächtnis so fest verankert, dass man sie sogar in Briefmarkengröße noch wiedererkennt“, schreibt das Magazin in seiner Dezemberausgabe, die am Freitag erscheint. Es veröffentlicht jährlich eine Rangliste mit den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Kunstwelt.<BR /><BR /> Die Fondation Louis Vuitton in Paris widmet Richter momentan eine große Retrospektive. Richter sei in diesem Herbst „plötzlich wieder einmal der Künstler der Stunde“ gewesen, schreibt „Monopol“-Chefredakteurin Elke Buhr.<BR /><BR />Werke aus den Jahren 1962 bis 2024 entfalten in der Schau die künstlerische Bandbreite seines Schaffens – von der frühen Figuration über die kühle Abstraktion bis zu seinen letzten abstrakten Arbeiten im Jahr 2017. Damals beschloss er, mit dem Malen aufzuhören und sich dem Zeichnen zu widmen.<h3> „Gerhard Richter ist der Deutsche schlechthin“</h3>Richter wurde für seine an Fotografien erinnernden, verwischten Malereien bekannt, zudem für abstrakte Farbkompositionen. In vielen seiner Werke spielt er mit Unschärfe und Wahrnehmung Früh setzte er sich in seiner Arbeit auch mit der deutschen Geschichte auseinander, insbesondere mit den politischen und gesellschaftlichen Traumata des 20. Jahrhunderts.<BR /><BR />„Gerhard Richter ist auch der Deutsche schlechthin“, schreibt „Monopol“. „Aufgewachsen im Nationalsozialismus, geflohen aus dem Sozialismus, erfolgreich im Kapitalismus. Dem stellte er sich stets. Hauptsächlich malend, mit den von ihm formulierten Zweifeln einerseits und großer Gewissheit andererseits.“