Samstag, 29. Februar 2020

Goldener Bär geht an Iranfilm „Es gibt kein Böses“

Der Episodenfilm „Es gibt kein Böses“ des iranischen Regisseurs Mohammed Rassulof hat den Goldenen Bären gewonnen.

Ehrung auch für Paula Beer.
Ehrung auch für Paula Beer. - Foto: © APA (AFP) / TOBIAS SCHWARZ
Der Filmemacher erzählt darin vier Kurzgeschichten, die sich mit der Todesstrafe im Land beschäftigen. Die Jury zeichnete das Filmteam am Samstagabend auf der 70. Berlinale aus - allerdings in Abwesenheit des Regisseurs, der selbst keine Ausreiseerlaubnis bekam.

Es ist der dritte Goldene Bär für einen Regisseur aus dem Iran: 2011 gewann „Nader und Simin - Eine Trennung“ von Asghar Farhadi, 2015 „Taxi Teheran“ von Jafar Panahi. „Es gibt kein Böses“ ist eine deutsch-tschechisch-iranische Koproduktion.

Die deutsche Schauspielerin Paula Beer wurde als beste Darstellerin geehrt - sie bekam den Silbernen Bären für ihre Rolle in Christian Petzolds Liebesfilm „Undine“. „Vielen, vielen Dank“, sagte Beer. Sie freue sich wahnsinnig. Man könne aber nur so gut sein wie sein Gegenüber - ihr Kollege Franz Rogowski sei der „wunderbarste Spielmann“, den man sich wünschen könne. In Petzolds Film spielen die beiden ein Liebespaar.

Bester Darsteller wurde der Italiener Elio Germano, der im Künstlerdrama „Hidden Away“ („Volevo nascondermi“) einen Maler spielt, der lange aus Ausgestoßener lebte. Gedreht wurde der Film über Antonio Ligabue unter anderem auch an Schauplätzen in Südtirol.

Der Große Preis der Jury ging an das Coming-of-Age-Drama „Never Rarely Sometimes Always“: US-Regisseurin Eliza Hittman erzählt darin von einer 17-Jährigen, die ungewollt schwanger ist. Der Südkoreaner Hong Sangsoo gewann den Silbernen Bär für die beste Regie: In seinem Film „Die Frau, die rannte“ unternimmt eine Frau erstmals wieder etwas ohne ihren Mann. Die italienischen Brüder Fabio und Damiano D'Innocenzo erhielten den Silbernen Bären für das Drehbuch zum Drama „Bad Tales“ („Favolacce“).

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. In diesem Jahr konkurrierten 18 Beiträge im Wettbewerb. Erstmals leiteten die Niederländerin Mariette Rissenbeek und der Italiener Carlo Chatrian die Filmfestspiele.


apa

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