Freitag, 08. Juni 2018

Herz Jesu Sonntag: Aus Dankbarkeit wird Tradition

Jedes Jahr, am dritten Sonntag nach Pfingsten entzünden Gläubige im ganzen Land Tirol Herz Jesu Feuer. Eine alte Tradition, die bis auf den Kriegsbeginn von 1796 zurückreicht.

Am Sonntag ist Herz Jesu. - Foto: D
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Am Sonntag ist Herz Jesu. - Foto: D

Das Land Tirol wurde im April 1796 in Kriegsbereitschaft versetzt. Dies bedeutete, dass alle waffentauglichen Männer militärisch geschult wurden. Schon nach 3 Wochen wurde ein 7000 Mann starkes Heer an die südlichen Grenzen geschickt. 

Feiertag nach Sieg über die Franzosen 

Man beschloss also, das Land dem Heiligsten Herzen Jesu anzuvertrauen und damit um göttlichen Beistand zu bitten. Man achtete besonders darauf, dass dieser feierliche Schwur das ganze Land betraf, um damit ein einigendes Band zu schaffen. Dies hatte zur Folge, dass der Landsturm einen bis dahin noch nie erlebten Zulauf an Freiwilligen erlebte. Als daraufhin Tiroler Truppen die Franzosen überraschend besiegten, wurde der Herz-Jesu-Sonntag zum hohen Feiertag. Da man damals noch nicht so leicht mit der Außenwelt kommunizieren konnte, wurden aus Dankbarkeit an bestimmten Gipfeln Signalfeuer entzündet, um damit den Landsturm einzuberufen. Von da an wurden sie anlässlich der feierlichen Begehung des Herz-Jesu-Festtages jährlich entzündet.

Der Herz Jesu Sonntag ging 1961 in Südtirols Geschichte ein: Aktivisten des BAS sprengten im Rahmen der sogenannten „Feuernacht“ 37 Strommasten.

stol

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