Dienstag, 13. August 2019

Historische Höfe in Gröden: Region und Land unterstützen Projekt

Um für den Wert der historischen Grödner Bauernhöfe zu sensibilisieren, lanciert das Museum Gherdëina das Projekt „Mejes". Region und Land unterstützen bei der Suche nach Lösungen zum Erhalt der Höfe.

Kulturlandesrat Daniel Alfreider bei der Eröffnung der Ausstellung. -Foto: Museum Gherdëina
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Kulturlandesrat Daniel Alfreider bei der Eröffnung der Ausstellung. -Foto: Museum Gherdëina

Bis zum 31. Jänner 2020 läuft im Museum Gherdëina in St. Ulrich die Ausstellung „Mejes – Bauernhöfe in Gröden. Gedächtnis einer Landschaft".

Regionalassessor Manfred Vallazza betonte kürzlich bei einem Besuch: „Der Erhalt und die Pflege unserer Landschaft, sowie unserer schönen, traditionellen und naturbelassenen Bauernhöfe ist eine der wichtigsten Aufgaben, um die ich mich als Vertreter der ladinischen Minderheit in den nächsten Jahren kümmern werde." Im Gespräch mit den Projektverantwortlichen dachte er verschiedene Möglichkeiten einer konkreten Unterstützung an. So gelte es, mit weiterer Forschungsarbeit das Wissen über die historischen Höfe auszubauen sowie Ingenieure, Architekten und Geometer für Schönheit und Bedeutung der „Mejes" zu sensibilisieren.

Unterstützung von Kulturlandesrat Alfreider

Neben Vallazza hat auch der ladinische Kulturlandesrat Daniel Alfreider dem Museum Gherdëina bereits Unterstützung signalisiert. Im Gespräch mit den Projektverantwortlichen hatte er versichert: Das Problem des schleichenden Verschwindens dieses kulturellen und baulichen Erbes ist auch der Landespolitik bekannt. Es müssten Lösungen zum Erhalt der historischen Höfe gefunden werden. Immerhin sind sie in Gröden mitunter mehr als 700 Jahre alt. „Dafür will das Land mit dem Museum gemeinsam arbeiten", sagte Alfreider: „Die alten Höfe geben Einblick ins bäuerliche Leben der ladinischen Vorfahren und sind deshalb ein bedeutender kultureller Wertbestand für die Ladiner." Ein Anreiz für den Erhalt könne beispielsweise eine Auszeichnung für gelungene Projekte sein - ähnlich dem Preisausschreiben für die Viles im Gadertal.

Für die Präsidentin und die Direktorin des Museum Gherdëina, Marie Theres Thaler und Paulina Moroder ist es von grundlegender Bedeutung, Partner in Politik und Verwaltung zu finden, wenn es um den Erhalt der Höfe, die Suche nach innovativen Möglichkeiten ihrer Nutzung und die Unterstützung der Eigentümer gehe.

Drei Ebenen: Dialog, Ausstellung, Katalog

Auf drei Ebenen wollen sie mit dem Projekt „Mejes – Bauernhöfe in Gröden. Gedächtnis einer Landschaft" auf die Besonderheiten und den Wert der Grödner Bauernhöfe hinweisen. Einmal soll ein Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Eigentümern und Experten angeregt werden. Weiters soll die Ausstellung mit beeindruckenden Schwarz-Weiß-Fotos des renommierten Architekturfotografen Václav Šedý die Höfe zeigen. Die Schau biete eine visuell-emotionalen Zugang, unterstreiche die Schönheit der Höfe und mache sichtbar, was durch einen Abriss verloren gehe, so der Projektideator Wolfgang von Klebelsberg. Schließlich dokumentiert noch ein Katalog zu Ausstellung, den das Museum Gherdëina beim renommierten Mailänder Verlag Officina Libraria herausgegeben hat, in vielen Bildern die Höfe.

Die Ausstellung „Mejes" ist im Kulturhaus von St. Ulrich zu sehen, im Sommer montags bis samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 12:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

lpa/stol

stol