Freitag, 30. August 2019

„Homo Bulla“ - ein „lebendes Bild“ von Anna M. Rose

Am 5. September um 19 Uhr wird die Ausstellung „Homo Bulla“ der amerikanischen Künstlerin Anna M. Rose als dritter und letzter Termin der Ausstellungsreihe von Lottozero im Atelierhaus des Museion eröffnet.

Der Gebrauch von synthetischen Haaren ist eine wiederkehrende Chiffre in den Arbeiten von Anna M. Rose. - Foto: Museion Press Office
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Der Gebrauch von synthetischen Haaren ist eine wiederkehrende Chiffre in den Arbeiten von Anna M. Rose. - Foto: Museion Press Office

2019 präsentiert das von den Boznerinnen Arianna und Tessa Moroder in Prato gegründete Zentrum für Kunst, Design und Textilkultur Lottozero 3 von Alessandra Tempesti kuratierte ortsspezifische Projekte. Eines davon ist das künstlerische Werk von Anna M. Rose (1982, Massachusetts, USA; lebt und arbeitet in Florenz).

Einladung zum Spiel

Mit einem Geflecht aus synthetischen Haaren umwickelte Kugeln bilden die Installation von Anna M. Rose im Atelierhaus. Die unterschiedlich großen Kugeln sind beweglich – die Besucherinnen und Besucher können diese daher berühren und verstellen: sie werden damit zum Teil einer spielerischen Erfahrung, ein „lebendes Bild“, in dem die visuelle zur haptischen Dimension wird.

Eine Einladung zu einem Spiel, das sich allerdings nicht in infantiler Leichtigkeit erschöpft: Der Kontakt mit dem Material der Kugeln – ein formloses, faseriges und hypertrophes Gewirr aus synthetischen Haaren – erzeugt einen verstörenden, vielleicht sogar abstoßenden Effekt.Der Gebrauch von synthetischen Haaren ist eine in ihren Arbeiten wiederkehrende Chiffre, die von den unterschiedlichen expressiven Mitteln der Skulptur, der Installation, dem Video und der Fotografie aufgenommen wird.

Mehrdeutigkeit von Gesten und Materialien

„Homo Bulla“ rückt die Mehrdeutigkeit von Gesten und Materialien, die aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst sind, in den Focus des Betrachters. Damit dekonstruiert diese Arbeit die mit der Haartracht – als Merkmal von Weiblichkeit, Schönheit und Vergänglichkeit – sich verbindende Vorstellungswelt.

Gleichzeitig inszeniert die Künstlerin eine Reflexion über die Zeit und das menschliche Leben. Wie schon der Ausstellungstitel „Homo Bulla“ (der Mensch ist eine Blase) andeutet, der sich auf den Philosophen Erasmus von Rotterdam (1467 – 1536) bezieht, ist das Leben zerbrechlich und endlich. Die Installation ergänzt eine neue Video-Serie der Künstlerin.

Am Freitag, 6. September lädt Lottozero um 17 Uhr zu einem vertiefenden Gespräch über das künstlerische Werk von Anna M. Rose ein. 

stol

stol