Donnerstag, 17. September 2020

„Inaudito“ in der Stiftung Antonio Dalle Nogare

Das Transart Festival ist am Samstag zum 2. Mal zu Gast in der Stiftung Antonio Dalle Nogare und macht den Sitz dieser wichtigen neuen Institution im Südtiroler Kulturleben zum Schauplatz der 5-stündigen Konzertinstallation „Inaudito“.

Mit „Inaudito“ gastiert Transart zum 2. Mal in der Stiftung Antonio Dalle Nogare.
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Mit „Inaudito“ gastiert Transart zum 2. Mal in der Stiftung Antonio Dalle Nogare. - Foto: © Transart
Die Besucher erfahren die grandiose Architektur als musikalisches Gebäude, das immer wieder neu wirkt und klingt. Hier geht es nicht nur um Musikhören – hier greift das Erfahren von Musik: Von Raum zu Raum entfalten die verschiedenen Ensemblekonstellationen die unwiderstehliche Kraft von wirklich neuen Klängen.

Im Mittelpunkt dieser Ausgabe von „Inaudito“ steht Georg Friedrich Haas. 1953 in Graz geboren zählt er zu den bedeutendsten Komponisten zeitgenössischer Musik. Neben seinen kompositorischen Wirken rückte in den vergangenen Jahren vermehrt auch seine Privatleben in den Blick der Öffentlichkeit - seit Haas in 4. Ehe mit der BDSM Pädagogin Mollena Williams verheiratet ist.

Ihre Beziehung nimmt nicht ohne Grund thematisch besonderen Raum bei „Inaudito“ ein, da Haas „private Befreiung sich proportional entfesselnd auf sein kompositorisches Schaffen ausgewirkt hat.“ Im Rahmen von „Inaudito“ werden Werk von G.F. Haas Kompositionen von Grisey, Messiaen, Tenney gegenübergestellt. In der Bibliothek wird über den ganzen Abend der Dokumentarfilm The Artist And The Pervert gezeigt. Mollena Williams-Haas ist innerhalb der Veranstaltung per Videochat zugeschaltet.



Ko-Kurator Hannes Kerschbaumer führt dazu aus: „Georg Friedrich Haas ist auf jeden Fall das ästhetische Gravitationszentrum, um das sich alles andere ansiedelt. Corona-bedingt werden wir dieses Jahr kammermusikalisch in kleinen Formationen die Stiftung Antonio Dalle Nogare bespielen - bis auf 2 Werke von James Tenney, welche das gesamte Gebäude in Schwingung versetzen werden. Bei Haas liegt der Schwerpunkt bei mikrotonaler Musik, von seinem 9. Streichquartett im totalen Dunkel, hin zu Solostücken aus der Reihe '... aus freier Lust ... verbunden ...', einem Sextett, das seinen Ausgangspunkt in der Reflektion über Alte Musik nimmt.“

„Um dieses Zentrum wurden weitere Werke versammelt, die (manchmal auch mit einiger Distanz) in Verbindung zu seiner Ästhetik stehen: Grisey, Messiaen, Tenney. Während das Mailänder mdi Ensemble sich hauptsächlich mit den Werken von Haas beschäftigt, wird das ensemble chromoson überwiegend die ergänzenden Werke aufführen. Der Pianist Luca Lavuri wird aber auch von Haas zwei der Trois Hommages für zwei Klaviere im Vierteltonabstand spielen, welche einen Bogen zum zentralen Komponisten von INAUDITO des letzten Jahres, Julius Eastman, schlagen, da sie das Minimalistische feiern, jedoch mit der Vierteltönigkeit eine ganz neue Klanglichkeit beschwören“, so Kerschbaumer abschließend.

„Inaudito“ ist am Samstag, 19. September, von 17 bis 23 Uhr in der
Stiftung Antonio Dalle Nogare, Rafensteinerweg 19, 39100 Bozen zu hören. Das Programm ist in 4 Teile unterteilt:
17 Uhr: Inaudito/Unerhört I – 18.15: Uhr Inaudito/Unerhört II
19.30 Uhr: Inaudito/Unerhört III – 20.45 Uhr Inaudito/Unerhört IV

pho