Sonntag, 23. Mai 2021

Italien siegt beim 65. Eurovision Song Contest

Der nächste Eurovision Song Contest findet in Italien statt: Die italienische Rockformation Måneskin triumphierte am Samstagabend bei der 65. Ausgabe des Musikbewerbs in Rotterdam und holte die ESC-Trophäe zum dritten Mal in der Geschichte nach Italien. Gleichzeitig sorgte die Band aber auch für einen Aufreger im Netz.

Maneskin freuen sich über den ESC-Triumph.
Maneskin freuen sich über den ESC-Triumph. - Foto: © APA/afp / KENZO TRIBOUILLARD
Die schon bei den Wettbüros knapp vorn platzierten Måneskin setzten sich in der Ahoy Arena der niederländischen Hafenstadt in einem engen und bis zum Schluss spannenden Rennen mit 524 Punkten gegen 25 Konkurrenten durch.

Band sorgt für Aufreger

Måneskin zeigten sich nach ihrem Sieg als glückliche Gewinner. Das Gefühl, als Erster von der ESC-Bühne gegangen zu sein, sei einfach unbezahlbar: „Es fühlt sich an, als würde unser ganzer Weg seit unserem Beginn Sinn machen. Und es macht einfach auch verdammt viel Spaß!“, verkündete der 22-jährige Frontmann Damiano David mit nacktem Oberkörper und Sektflasche in der Pressekonferenz: „Unser Sieg zeigt, dass der ESC kein kitschiges Musikevent ist, sondern, dass es wirklich um die Musik geht.“

Und wie war das mit dem Kokain? Auf TV-Bildern meinten viele zu sehen, wie Damiano noch im Green-Room sich die Zeit bei der Punktevergabe vertrieb und eine Line Coke schnupfte.

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Quelle: Twitter/Daniel Platt

Ein Skandal, wie es sich für einen Rocker gehört? Nein, nein, sagte Damiano. „Ich nehme keine Drogen.“

Dies teilte die Rockband nochmals klar in den sozialen Medien mit. In ihrem Post schrieben die Bandmitglieder, gegen Drogen zu sein und nie Kokain konsumiert zu haben. Ebenfalls erklärten die Musiker, sich einem Test unterziehen zu lassen, da sie nichts zu verbergen haben.


Übrigens ist die italienische Rockband keine unbekannte: Im Jahr 2016 gegründet, nahm die Band, welche sich durch einen Stilmix aus Rock, Pop und Reggae auszeichnet, 2017 an der Castingshow X Factor teil und erreichte dort das Finale. Im Jahr 2018 tourte die Band bereits durch italienische Clubs und veröffentlichte einige Lieder, wie etwa „Torna a casa“oder „Il ballo della vita“, die sogar die Chartspitze erreichten.

Im Jahr 2021 ging die Rockband als Siegerin des Sanremo-Festivals hervor. Mit demselben Lied haben sie jetzt auch den Eurovision Song Contest für sich entscheiden können.

Ein steiler Karrierestart für die jungen Musiker, die vor wenigen Jahren als Straßenmusiker begonnen haben.


3 nicht-englischsprachige Lieder auf dem Podium

Auf Platz 2 des Musikwettbewerbs kamen Barbara Praví aus Frankreich mit 499 und auf Platz 3 Gjon's Tears aus der Schweiz mit 432 Punkten. Zuvor hatte der eidgenössische Kandidat noch klar die Jurywertung mit 19 Punkten Abstand vor Frankreich für sich entscheiden können. Dafür konnte Italien klar die Publikumswertung für sich entscheiden. In Summe bildeten somit 3 nicht-englischsprachige Songs das Führungstrio des ESC 2021.

Hier geht's zum STOL Quiz anlässlich des 65. Jubiläums vom Eurovision Song Contest:



Großveranstaltung in Corona-Zeiten

Und so geht ein Eurovision Song Contest zu Ende, der unter dem zur aktuellen Coronalage passenden Motto „Open Up“ (also „Mach auf“ oder „Öffne Dich“) stand. Und dennoch bleibt erstaunlich, dass kein Beitrag des Tournaments expressis verbis auf Corona reflektierte.

Hinter den Kulissen gestaltete sich die Lange indes ganz anders, wurde der ESC 2021 doch im Hochinzidenzgebiet Niederlande als Feldversuch für die Frage angelegt, ob man in Coronazeiten derartige Großveranstaltungen abhalten kann.

Über 25.000 Tests wurden im eigenen Testzentrum durchgeführt

Über 25.000 Tests wurden im eigenen Testzentrum durchgeführt, wobei nicht einmal zwei Dutzend positive Fälle gefunden wurden – darunter allerdings durchaus prominente. Betroffen waren etwa ein Mitglied der isländischen Band Daði og Gagnamagnið, die deshalb nur mit einem Probenvideo vertreten war, ein Teammitglied aus Polen oder der ESC-Sieger 2019, Duncan Laurence, der eigentlich live beim Finale hätte auftreten sollen.

Nun bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse in 5 Tagen herauskommen, wenn die im Finale zugelassenen 3.500 im Vorfeld getesten Zuschauer, die sich dafür ohne Abstand und Mundschutz in der Halle aufhalten konnten, abermals zum Test antreten müssen. Ob hier ein Cluster bekannt wird, dürfte nicht zuletzt Organisatoren aus anderen Bereichen wie etwa der Fußball-Europameisterschaft interessieren. Es bleibt also spannend.

apa/dpa/stol

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