von Ferruccio Delle Cave<BR /><BR />Und so gewinnt „The invention of Europe“ im Lichte der jüngsten Ereignisse in Südamerika eine eigene Valenz, die von einem historischen Kolonialismus, in dem vor allem europäische Nationen die Kolonisatoren waren, zwingend zu einem neuen Kolonialismus der drei Supermächte USA, China und Russland geführt hat. <BR /><BR />So sind die ersten zwei Ausstellungen dem Kunstschaffen und gesellschaftlichen Diskurs in mittelamerikanischen Ländern gewidmet: Vom 21. Februar bis 25. Mai ist die Einzelschau des kubanischen Künstlers <b>„René Francisco – Cómplice“</b> geplant.<i> „Cómplice“</i> bildet gleichzeitig den Abschluss des zweiten Programmjahres, das den Beziehungen zwischen Europa und Abya Yala (Lateinamerika aus kolonialer Perspektive) gewidmet ist. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1259187_image" /></div> <BR /><BR />René Francisco beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Kunst, Gesellschaft und Pädagogik. „Cómplice“ zeichnet den Werdegang des Künstlers über mehr als vier Jahrzehnte nach, in großformatigen Installationen, in Filmen und Zeichnungen, Gemälden und pädagogischen Projekten. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1259184_image" /></div> <BR />Parallel zur Ausstellung von René Francisco wird in Zusammenarbeit mit der Sozialgenossenschaft <b>Ginko</b> und <b>CoWorking della Memoria</b> ein neues partizipatives Projekt in Meran verwirklicht, in das auch das <b>Festival Sonora</b> eingebunden sein wird. <BR /><BR />Vom 24. April bis 8. Mai wird parallel zu „Cómplice“ zudem eine dem dominikanischen Künstler <b>Raziel Pering</b> gewidmete Schau unter dem Titel <i>„Vitruvian Man“</i> gezeigt. Während seines Aufenthalts in Meran wird Perin das Performance-Projekt „Vitruvian Man“ entwickeln, das am Ende der Künstlerresidenz der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Es geht zentral um die Darstellung von Männlichkeit in familiären und kulturellen Kontexten, sowohl in Italien als auch in der Dominikanischen Republik. Dabei sollen toxische Männlichkeitsbilder hinterfragt und dekonstruiert werden. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1259190_image" /></div> <BR /><BR />Vom 7. Juni bis 11. Oktober wird dann die dritte Ausstellung unter dem Titel <i>„Animacies“</i> die Beziehungen zwischen Europa und Asien untersuchen. In der Schau werden die moderne Geschichte asiatischer Länder und ihre Kulturen erzählt mit Objekten und Exponaten aus verschiedenen italienischen Museen im Dialog mit zeitgenössischen künstlerischen Produktionen von in Europa lebenden Künstlerinnen und Künstlern asiatischer Herkunft – eine Zusammenarbeit zwischen Kunst Meran, MAO, Museo d'Arte Orientale aus Turin und der Centrale Fies in Dro. <BR /><BR />Den Abschluss des Ausstellungsjahres bildet dann die Schau <i>„Stadtraum Meran – gestern, heute, morgen?“</i> (24. Oktober bis 17. Jänner 2027). Diese wird von <b>Andreas Kofler</b> kuratiert und will die städtebaulichen Transformationen Merans in Vergangenheit und Gegenwart nachzeichnen. Entscheidend dafür ist am Ende die Frage nach zukünftigen Entwicklungen von Meran, nach einer inklusiveren Stadt, welche die Bedürfnisse verschiedener Sprach-, Kultur- und Generationengemeinschaften von Einheimischen, neuen Bürgerinnen und Gästen berücksichtigt.