Mittwoch, 28. März 2018

Kapitulation vor dem Web: Fischer stellt Weltalmanach ein

Der „Fischer Weltalmanach” erscheint mit dem 60. Band im kommenden September zum letzten Mal. Der Jubiläumsband des traditionsreichen Nachschlagewerks werde der letzte sein, bestätigte ein Verlagssprecher am Mittwoch in Frankfurt. Angesichts der Recherchemöglichkeiten im Internet finde ein so ungeheuer aufwendiges Produkt nicht mehr genügend Leser, begründet S. Fischer das Aus.

Die Konkurrenz aus dem Internet zwang den Klassiker in die Knie. - Foto: APA (AFP)
Die Konkurrenz aus dem Internet zwang den Klassiker in die Knie. - Foto: APA (AFP)

Der Fischer Weltalmanach gilt seit 1959 mit seinen globalen Daten und Fakten über eine Vielzahl von Bereichen als erfolgreichstes Jahrbuch in Deutschland. Der Almanach sei ein wichtiges Projekt zur „Demokratisierung des Wissens” mit Hilfe von Taschenbüchern gewesen, meinte Nina Sillem, Fischer-Programmleiterin Sachbuch/Wissenschaft. Die Entscheidung zur Einstellung sei dem Verlag schwer gefallen.

Der „Fischer Weltalmanach 1960” erschien erstmals im November 1959 in der „Fischer Bücherei. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Weltalmanach immer wieder modernisiert, etwa durch die Ergänzung eines umfangreichen Internet-Angebots sowie durch eine Parallelausgabe mit CD-ROM. Die letzte Ausgabe, die am 19. September erscheint, widmet sich dem Thema Arbeit als Schwerpunkt.

apa/dpa

stol