Mittwoch, 28. April 2021

10 Jahre „Game of Thrones“: Neue Serie zur Fantasy-Reihe geplant

Ein mittelalterliches Fantasy-Epos erobert die Welt: Vor 10 Jahren ist die erste Folge von „Game of Thrones“ im US-Fernsehen gelaufen. Der Kult ist auch nach dem Ende der Serie noch nicht vorbei. Eine neues Spin-Off der Fantasy-Reihe soll 2022 an den Start gehen.

HBO will es in der neuen Serie „House of the Dragon“ noch einmal mit „dem Lied von Eis und Feuer“ versuchen.
HBO will es in der neuen Serie „House of the Dragon“ noch einmal mit „dem Lied von Eis und Feuer“ versuchen. - Foto: © shutterstock
Bildgewaltige Schlachten, hemmungslose Gewalt und viel nackte Haut: Das blutrünstige Fantasy-Epos „Game of Thrones“ wird in den 2010er Jahren zum weltweiten Kult. Vor 10 Jahren, am 17. April 2011, strahlte der US-Sender HBO die erste Episode „Der Winter naht“ aus.

Ein rostiges Metalltor, das sich langsam nach oben öffnet. 3 Reiter mit Fackeln, die einen schneebedeckten Wald erkunden. Und nach weniger als 3 Minuten die ersten Leichenteile. Wer sich die Anfangssequenz der Premierenfolge noch einmal anschaut, ist direkt wieder im „GoT“-Kosmos gefangen.

Die kostspielige Serie, die auf den Büchern „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R. R. Martin basiert, spielt auf dem fiktiven Kontinent Westeros. Hier kämpfen mehrere Herrscherfamilien, darunter die Lennisters und Targaryens, um die Macht und den Eisernen Thron. Parallel erwacht auch noch eine Armee von Untoten, um alles Leben auszulöschen.

Eine perfekte Parallelwelt

„Es war eine der ersten Serien, die so eine perfekte, komplizierte und verschlungene Parallelwelt erschaffen hat. Jeder Zuschauer konnte sich darin verlieren“, sagt Tom Wlaschiha (47) über den Erfolg der Reihe. Der in Sachsen geborene Schauspieler tauchte erstmals in der zweiten Staffel als mysteriöser Auftragsmörder Jaqen H'ghar auf.

Auch Sibel Kekilli, die in Deutschland durch das Drama „Gegen die Wand“ und den Kieler „Tatort“-Krimi bekannt wurde, erreichte durch „Game of Thrones“ ein weltweites Publikum. „Es war eine der ersten Serien, die sehr divers und international besetzt wurden, ohne das groß zu erklären“, erzählt die 40-Jährige der Deutschen Presse-Agentur rückblickend.

Ihre Figur, die Prostituierte Shae, überlebte ganze 4 Staffeln. Am Ende wird sie von ihrem Ex-Liebhaber Tyrion Lennister (gespielt von Peter Dinklage) mit einer Kette erdrosselt. „Ich habe nie darüber nachgedacht, wie viele Staffeln ich dabei sein werde. Als ich dann vom Tod der Figur gelesen habe, war ich schon traurig, aus der “Game of Thrones„-Familie auszuscheiden“ sagt Kekilli. Das Mordwerkzeug habe sie damals geschenkt bekommen.

Rekord: „Game of Thrones“ gewann 59 Emmys

Der zum Teil grausige Tod beliebter Charaktere gehörte bereits seit der ersten Staffel zum Markenzeichen der Saga. Eine Auswertung der „Washington Post“ ergab, dass im Laufe der Geschichte satte 6887 Charaktere ihr Leben verlieren.

Auch starke Frauenrollen und die epische Musik wurden immer wieder gelobt. Am Ende gewann die Reihe eine Rekordzahl von 59 Emmys. Allein in Amerika schauten zwischenzeitlich rund 43 Millionen Menschen pro Folge zu. Städte wie Belfast, Sevilla oder Dubrovnik, in denen viele Szenen gedreht wurden, verzeichneten einen Ansturm.

„Der Hype rund um die Serie hatte viele positive Auswirkungen auf den kroatischen Tourismus durch erhöhte Einnahmen und die Entwicklung neuer Tourismusprodukte und -angebote“, erklärt der Direktor der kroatischen Zentrale für Tourismus, Romeo Draghicchio.
Das Urlaubsland an der Adria zählte demzufolge vor zehn Jahren etwa 11,5 Millionen Touristenankünfte jährlich. Am Ende der Serie 2019 waren es fast 20 Millionen.



Aber die Reihe wurde auch immer wieder kritisiert. Fans bemängelten vor allem in der verkürzten Finalstaffel unglaubwürdige Entwicklungen. Andere regten sich über sehr detailliert dargestellte Gewalt an Frauen auf.

„Wenn man solche Dinge nicht sehen will, sollte man Disney-Filme gucken. Es ist einfach das Drehbuch zu einer Fantasy-Serie“, entgegnet Kekilli. Gewalt gehöre zu einer mittelalterlichen Darstellung dazu. „Es ist nicht immer alles Sonnenschein.“

Am 19. Mai 2019 wurde die 73. und letzte „GoT“-Folge ausgestrahlt. „Jede gute Sache muss auch mal zu Ende gehen“, sagt Wlaschiha („Das Boot“) zwei Jahre später. „Man hätte sie sicher endlos weitererzählen können. Aber es ist besser aufzuhören, wenn man erfolgreich ist.“

„House of the Dragon“ soll 2022 an den Start gehen

Für viele Fans blieb das Serien-Finale weit hinter den Erwartungen: Charaktere würden sich unlogisch verhalten, die Geschichte werde zu schnell erzählt, Handlungsstränge würden ins Leere laufen oder nicht genügend Zeit bekommen – die Kritikpunkte sind recht umfangreich.

In Zuge dessen gab sogar eine Petition, die ein Remake des Epos-Finales forderte und bisher von 1,8 Millionen Menschen unterzeichnet wurde. Der Sender HBO kam dieser Forderung zwar nicht nach, will aber Wiedergutmachung leisten: 2022 soll das Spin-Off „House of the Dragon“ an den Start gehen.

In den sozialen Medien bestätigte der Sender, dass die Produktion zur ersten Staffel der neuen Serie bereits begonnen haben. Auch die Besetzung steht bereits fest und kann sich sehen lassen.

Mit dabei sind unter anderem „The Crown“-Star Matt Smith (38), der als Prinz Daemon über die Trittsteine und die Meerenge herrschen wird und Rhys Ifans (53), bekannt aus dem Kultfilm „Notting Hill“, als Ser Otto Hohenturm und Hand des Königs Viserys. Die Britin Olivia Cooke (27) übernimmt die Rolle von Königin Alicent, Rhaenyra Targaryen wird von Emma D’Arcy (28) verkörpert.



In „House of the Dragon“ wird die Vorgeschichte zu „Game of Thrones“ erzählt. Sie spielt 300 Jahre vor der Eroberung Königsmund durch Daenerys und ihre Drachen. Im Fokus steht abermals das Haus Targaryen und seine lange Herrschaft , die erst kurz vor „Game of Thrones“ durch König Robert Baratheon beendet werden konnte. Genauere Informationen zum Plot der neuen Serie liegen bislang noch nicht vor.

„Game of Thrones“-Vorgeschichte soll 2023 auf die Bühne kommen

Medienberichten zufolge soll die Vorgeschichte von „Game of Thrones“ auch auf die Bühne kommen. Wie das Branchenblatt „The Hollywood Reporter“ berichtete, arbeitet Erfinder George R. R. Martin an einer Show, die ab 2023 am Broadway, am Londoner West End und in Australien aufgeführt werden solle. An dem Stück seien demnach die Produzenten Simon Painter und Tim Lawson beteiligt.

Dem Bericht zufolge wird die Bühnenshow ein Prequel zu „Game of Thrones“ und spielt 16 Jahre vor den Ereignissen der HBO-Serie. Im Mittelpunkt stehe das zehntägige „Turnier von Hallenhal“. Mehrere Serienfiguren sollen in dem Stück auftauchen. Welche das sein könnten, war zunächst nicht bekannt. Auch über eine mögliche Besetzung war zunächst nichts bekannt.

„Die Saat des Krieges wird oft zu Friedenszeiten gepflanzt“, teilte Autor Martin gegenüber „The Hollywood Reporter“ mit. Auf das Turnier werde in seinen Büchern und in der Serie häufig Bezug genommen. „Nun können wir endlich die ganze Geschichte erzählen“, so der 72-Jährige.

dpa/pho

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