Mit dem britischen Sozialdrama „Sorry We Missed You“ von Regisseur Ken Loach präsentiert das OEW-Filmfestival am kommenden Freitag um 19:30 im Astra Brixen einen eindringlichen Kinohit. Auch der Gewinnerfilm des Jugendkurzfilmwettbewerbs 2020, „Book Of Heroes“, kann endlich öffentlich gezeigt werden.<BR /><BR />Im Mittelpunkt des 18. OEW-Filmfestivals stehen Menschen, die von der Gesellschaft nicht gesehen und nicht gehört werden. „(Un)sichtbar / (In)visibile“, titelt das Festival passend dazu, mit dem die OEW heuer wieder Schüler und der Öffentlichkeit Themen nahebringen möchte, die den Puls der Zeit widerspiegeln. <BR /><BR />Die ausgewählten Filme (einsehbar unter <a href="https://www.oew.org/filmfestival/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">www.oew.org/filmfestival</a>) erzählen von Rassismus und struktureller Gewalt, von prekären Arbeitsplätzen und von Frauen, die ohne Obdach sind. Im diesjährigen Hauptfilm „Sorry We Missed You“ werden vor allem die Strukturen der modernen Gig Economy angeprangert und ein gesellschaftlicher Wandel gefordert.<BR /><BR />Erzählt wird vom Überlebenskampf einer Familie aus der unteren Mittelschicht, die vom Sozialstaat vernachlässigt in die Abhängigkeit eines auf Gewinnmaximierung ausgerichtetes Paketdienst-Unternehmens gerät, in dem Menschlichkeit keinen Platz zu haben scheint. <BR /><BR />Monika Thaler von der OEW erklärt: „Im Film wird mit viel Mitgefühl eine universelle Geschichte über Leistungsdruck, Ausbeutung, Pflegenotstand, Klassismus, Nächstenliebe und Menschenwürde nachgezeichnet. Diese Themen sind in unserer Gesellschaft aktueller denn je. Indem wir sie thematisieren, geben wir vor allem unserem jugendlichen Publikum eine Chance, sich mit ihnen reflektiert auseinanderzusetzen.“ <BR /><BR />Raum zum Reflektieren bietet auch die anschließende Nachbereitung in den Schulklassen, die von unterschiedlichen Experten und OEW-Referenten gestaltet wird. Bis Freitag tourt die OEW durch Meran, Brixen, Bruneck und Bozen und schafft Erfahrungswerte, mit denen Lehrer und Schüler gut arbeiten können.<BR /><BR />OEW-Geschäftsführer Matthäus Kircher betont: „Beim OEW-Filmfestival bringen wir jedes Jahr fast 2000 Schülern Themen näher, die in reiner Theorie nicht immer spürbar werden. Heuer geht es uns nicht zuletzt um ein System, das im Streben nach Gewinnmaximierung längst seine Menschlichkeit verloren zu haben scheint.“<BR /><BR />Damit auch das öffentliche Publikum zu kurz kommt, wird der preisgekrönte Film am 12. November in Zusammenarbeit mit dem Filmclub Brixen 19:30 im Kulturzentrum Astra ausgestrahlt. Dort wird auch der Kurzfilm „Book Of Heroes“ der jungen Filmemacher*innen Eva Plattner, Tanja Thomaser und Leo Demez gezeigt, der 2020 in Zusammenarbeit mit AFZAK im Rahmen des ersten OEW-Jugendkurzfilmwettbewerbs zustande kam. Die Einnahmen des Abends gehen dieses Jahr an das Unterstützungs-Programm „zebra.Support“ der Straßenzeitung zebra., das Verkäufer*innen in Notsituationen unterstützt.<BR />