Samstag, 18. Januar 2020

„Alles wird gut“: Schwarze Komödie in Südtirols Bergen

Giorgio Pasotti hat eine dänische Komödie neu verfilmt und verlegt die Handlung in ein kleines Bergdorf in Südtirol. Robert Palfrader und Gerti Drassl sind in Nebenrollen zu sehen.

Die Boznerin Gerti Drassl spielt eine naive Unschuld vom Lande und Robert Palfrader einen versoffenen ehemaligen Skifahrer.
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Die Boznerin Gerti Drassl spielt eine naive Unschuld vom Lande und Robert Palfrader einen versoffenen ehemaligen Skifahrer. - Foto: © Screenshot Trailer

Ein Priester widmet sein Leben der Resozialisierung von Kriminellen. Das war die Grundidee der Groteske „Adams Äpfel“, mit der es der Däne Anders Thomas Jensen 2015 bis zur Drehbuchnominierung für den Europäischen Filmpreis schaffte. In einem Remake spielt Regisseur Giorgio Pasotti nun selbst die Mads Mikkelsen-Rolle des Priesters.

Adamo (Claudio Amendola), ein gewalttätiger Neofaschist mit Kontakten zur sizilianischer Mafia, lässt seine Resozialisierung nicht widerstandslos geschehen. Und auch ein aufbrausender arabischer Terrorist lässt von seinem persönlichen Kampf gegen die Ungläubigen nur ungerne ab.



2 österreichische Schauspieler mit Südtiroler Wurzeln vervollständigen den Cast: Robert Palfrader spielt einen versoffenen ehemalige Skifahrer, Gerti Drassl eine naive Unschuld vom Lande. Die beiden kommen zusammen. Und der Apfelstrudel, den zu backen sich Adamo als Resozialisierungsziel setzt, wird am Ende doch noch fertig.

Schwarze Komödie und political incorrectness

„Alles wird gut“ ist eine Feierstunde der political incorrectness. Man weiß als Zuschauer bloß nie so recht, zu welchem Ziel. Handelt es sich um ein lustvolles Durchbrechen von Geschmacksgrenzen oder einfach nur um einen tiefen Schmäh, wenn mit Rassismus und Islamophobie gearbeitet und Witze gegen Frauen und Behinderte gemacht werden? Giorgio Pasottis Film ist weniger „eine schwarze Komödie mit paradoxen Charakteren“ als die Wiederbelebung eines Genres, das man seit der Zivilisierung von diversen dem Brutalo-Humor huldigenden Bauernbühnen und Pradler Ritterspielen ausgestorben wähnte.

Der Weg zur Bekehrung seiner Schäfchen geht für Vater Ivan nicht ohne schwere Blessuren ab, da Skinhead Adam weiter gerne Kopfstöße austeilt, denen Nasenbeine nicht bruchlos widerstehen können. Am Ende wird der Saulus doch noch zum Paulus und nimmt gemeinsam mit dem Priester die nächsten schweren Jungs in Empfang. Die nächste Apfelernte kommt bestimmt. Und Gottes Wege sind bekanntlich unergründlich.

„Alles wird gut“ ist ab kommenden Montag, 21. Januar, im Filmclub Bozen zu sehen und ab Freitag, 24. Januar im Ariston Kino in Meran.

apa/stol