Freitag, 07. Februar 2020

Atze Schröder entschuldigt sich für Nazi-Verbrechen seines Vaters

Der Komiker Atze Schröder (54) hat sich bei der Holocaust-Überlebenden Eva Szepesi für die Nazi-Verbrechen seines Vaters entschuldigt. „Es waren viele Tragödien in unserer Familie, die unter den Teppich gekehrt wurden“, sagte Schröder in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz am Donnerstagabend.

Ein besonders ergreifender Moment: Comedian Atze Schröder (2. von  rechts) reicht der Holocaust-Überlebenden Eva Szepesi (2. von links) die Hand und entschuldigte sich, im Beisein ihrer Tochter Anita Schwarz  und des Moderators Markus Lanz.
Ein besonders ergreifender Moment: Comedian Atze Schröder (2. von rechts) reicht der Holocaust-Überlebenden Eva Szepesi (2. von links) die Hand und entschuldigte sich, im Beisein ihrer Tochter Anita Schwarz und des Moderators Markus Lanz. - Foto: © zDF/dpa/Markus Hertrich

Atze Schröders Vater, der vor 9 Jahren starb, habe als Soldat die „schlimmsten Sachen“ im Krieg gemacht. Schröder gab Szepesi in der Sendung die Hand und entschuldigte sich.

Sein Vater sei mit 17 Jahren aus dem Haus gegangen und mit 30 zurückgekehrt. „Nach dem Krieg hat er sich entschieden, diese Tür erstmal zuzumachen und ein gutes Leben zu führen“, erzählte Schröder.

Im Video ab 1:09:38

https://youtu.be/bTdLDL2u8sU



Anderen Familienmitgliedern sei dies nicht gelun gen. Neben seiner Großmutter hätten sich mehrere Brüder seines Vaters, die ebenfalls im Zweiten Weltkrieg gedient hatten, erhängt.

Eva Szepesi (87) überlebte den Holocaust als junges Mädchen. Nach der Aufzeichnung der Sendung sagte Schröder, er sei von Szepesis Geschichte so berührt gewesen, dass er das Gefühl hatte, seine Geschichte erzählen zu müssen. „Mich für die Taten meines Vaters und seiner Täter-Generation zu entschuldigen. Wir dürfen nie vergessen!“

Szepesi bezeichnete Schröders Geste nach der Aufzeichnung als „absolut außergewöhnlich“. So eine Entschuldigung erlebe sie nur ganz selten, das sei ihr menschlich sehr nahe gegangen. Begleitet wurde Szepesi in der Sendung von ihrer Tochter Anita Schwarz.

dpa